Von Cabo da Roca nach Wladiwostok - 16 000 km - Tagebuch

Eurasia-Challenge: Erster Weltrekord geschafft!

Von Jonas Deichmann


Zum Rekord wurde ich von einem Mitglied des russischen Parlaments begrüßt, und von Reportern nationaler Fernsehsender. | Foto: Jonas Deichmann

28.07.2017  |  Gestern war es soweit - den ersten Guiness-Weltrekord hat der Münchner Ausdauer-Athlet Jonas Deichmann nach 25 Tagen, 3 Stunden und 38 Minuten geknackt: Die schnellste Rad-Durchquerung Europas von West nach Ost, von Cabo da Roca in Portugal nach Ufa in Russland.

Nun steht der nächste Rekord an: Die erste Rad-Durchquerung Europas und Asiens überhaupt - von Cabo da Roca bis nach Wladiwostok in Sibirien. 70 Tage hat Jonas insgesamt eingeplant; derzeit liegt er gut in der Zeit.

Los ging's am 2. Juli in Cabo, dem westlichsten Punkt Europas, auf eine 16 000 Kilometer lange Reise durch die größte zusammenhängende Landmasse der Welt. Jonas führt ein Tagebuch für radsport-news.com; hier das sechste Update.

25. Juli
Endlich hatte ich mal einen „ruhigen“ Tag. Keiner wollte mir was stehlen, kein LKW mich überfahren. Und die Straße war auch nicht allzu öde. Ich habe es heute wirklich genossen, an der Wolga entlangzufahren, und freue mich schon, übermorgen in Ufa zu sein - der erste Rekord.

26. Juli
Endlich bin ich rausgekommen aus den endlosen Feldern, die mich seit der Ukraine begleiten. Nun bin ich in einer Provinz mit dem schönen Namen Baschkortostan unterwegs, leicht hügelig, und einfach eine wunderschöne Landschaft.

So habe ich heute ganze 260 km geschafft. Mit dem Weltrekord vor Augen radelt es sich halt noch ein wenig schneller. Der Verkehr war leider nicht viel besser als in den vergangenen Tagen. Die meisten Fahrer hier sind wirklich verrückt.

27. Juli
Heute ist es passiert! Nein, keine Angst, ich bin nicht überfahren worden - ich habe den Weltrekord gebrochen! Und ich war fast fünf Tage schneller als der bisherige: 6450 km in 25 Tagen, 3 Stunden und 38 Minuten.

Dafür bin ich heute um vier Uhr morgens aufgestanden und gleich losgefahren, damit ich in auf den letzten Kilometern noch so richtig Gas geben kann. Die Hälfte der heutigen Strecke war eine Baustelle nach der anderen, und bin die ganze Zeit auf Schotter gefahren.

Um halb vier nachmittags bin ich dann in Ufa angekommen - und wurde von einem Mitglied des russischen Parlaments begrüßt, sowie von Reportern zwei nationaler Fernsehsender. Nach den Interviews wurden mir verschiedene Bräuche von Baschkortostan nahegebracht. Dann haben wir erst mal auf meinen Weltrekord angestoßen - ich mit einer Apfelschorle...

Den Abend werde ich auf der Datscha eines der beiden Reporters ausklingen lassen, der mich eingeladen hat. Morgen Nachmittag geht es dann weiter, auf zum nächsten Rekord.
Ich kann es kaum erwarten!
Euer Jonas

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