Von Cabo da Roca nach Wladiwostok - 16 000 km - Tagebuch

Eurasia-Challenge: Gegenwind, Regen und Moskitos

Von Jonas Deichmann


| Foto: Jonas Deichmann

05.08.2017  |  Vor einer Woche hat der Münchner Ausdauer-Athlet Jonas Deichmann seinen ersten Guiness-Weltrekord geknackt: In 25 Tagen, 3 Stunden und 38 Minuten hat er Europa von West nach Ost durchquert, von Cabo da Roca in Portugal nach Ufa in Russland.

Nun steht der nächste Rekord an: Die erste Rad-Durchquerung Europas und Asiens überhaupt - von Cabo da Roca bis nach Wladiwostok in Sibirien. 70 Tage hat Jonas insgesamt eingeplant; derzeit liegt er gut in der Zeit.

Los ging's am 2. Juli in Cabo, dem westlichsten Punkt Europas, auf eine 16 000 Kilometer lange Reise durch die größte zusammenhängende Landmasse der Welt. Jonas führt ein Tagebuch für radsport-news.com; hier das achte Update.

1. August
Heute von Kurgan nach Ishim geradelt. Sehr schlechte Rad-Bedingungen: sehr starker Gegenwind, und nichts da, kein Dorf, keine Stadt für 250 km. Der Wind war bisher mein Freund, und hat meine Kalkulationen, wie schnell ich bin, ein wenig zu optimistisch werden lassen.

Am Abend hatte ich weder Wasser noch Essen, und war sehr glücklich, als ich schon in der Nacht Ishim erreichte. Das Zelt habe ich etwas außerhalb der Stadt aufgebaut. 

2. August
Ein unglaublich harter Tag, es hat die ganze Zeit geregnet, und immer noch der starke Gegenwind. Zwölf Stunden geradelt, und nur 220 km geschafft: der langsamste Schnitt, seit ich in Portugal gestartet bin - obwohl die Straße völlig flach war.

Es gibt nichts hier außer den großen Sumpf, durch den ich radle. Die Moskitos werden zur Plage, sie nerven echt. Aber ich bin auf der Zielgeraden! In Ishim bin ich auf den Transsibirischen Highway eingebogen: Das ist die Straße, die mich nach Wladiwostok bringen wird. 

3. August
Endlich kein Regen mehr, aber immer noch der starke Gegenwind. 140 km nach Osmk geradelt, der siebtgrößten Stadt Rußlands. Ich nutze die Gelegenheit, einiges am Rad zu reparieren, und Vorräte einzukaufen. Der Radladen war wirklich gut, aber es hat mich einige Zeit gekostet, ihn zu finden, da er sehr versteckt lag. Außerdem hat keiner Englisch gesprochen, aber mit zeigen ging's auch.

Dann wieder zurück in die Steppe, und noch 30 km geschafft, insgesamt also nur 170 für heute. Morgen soll der Wind drehen, und ich sollte wieder über 300 km hinbekommen. Die verlorenen Kilometer von heute kann ich wohl wieder aufholen.
Auf geht's in den Endspurt!

Euer Jonas

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