Von Cabo da Roca nach Wladiwostok - 16 000 km - Tagebuch

Eurasia-Challenge: Zehn Tage schneller als geplant

Von Jonas Deichmann


| Foto: Jonas Deichmann

07.08.2017  |  Vor zehn Tagen hat der Münchner Ausdauer-Athlet Jonas Deichmann seinen ersten Guiness-Weltrekord geknackt: In 25 Tagen, 3 Stunden und 38 Minuten hat er Europa von West nach Ost durchquert, von Cabo da Roca in Portugal nach Ufa in Russland.

Nun steht der nächste Rekord an: Die erste Rad-Durchquerung Europas und Asiens überhaupt - von Cabo da Roca bis nach Wladiwostok in Sibirien. 70 Tage hat Jonas ursprünglich eingeplant. Derzeit liegt er so gut in der Zeit, dass er die Gesamtstrecke von 16 000 km nun in 60 Tagen schaffen will.

Rückblende: Los ging's am 2. Juli in Cabo, dem westlichsten Punkt Europas, auf die lange Reise durch die größte zusammenhängende Landmasse der Welt. Jonas führt ein Tagebuch für radsport-news.com; hier das neunte Update.

4. August
Leider hat der Wind nicht gedreht, sondern er kam wieder von vorne. So habe ich heute nur 230 km geschafft. Und es wurde auch sehr spät, da mir auf der Strecke das Wasser ausgegangen ist, und ich mir eine Quelle suchen musste. Nach langer Fahrt konnte ich mich an einer Tankstelle mit Wasser auch für den nächsten Tag versorgen.

Dann ging die Suche weiter, diesmal nach einem trockenen Fleckchen für meinen Schlafplatz - in der Sumpflandschaft gar nicht so einfach. Die Nacht war auch nicht die angenehmste, unebener Boden und Mosquitos im Zelt. Somit kaum ein Auge zugemacht.

5. August
Heute hat der Wind endlich gedreht, und ich bin gleich mal 280 km geradelt! Der ganze Tag lief einfach super. Aber immer noch in der Sumpflandschaft; bin froh, wenn ich hier endlich rauskomme. Ich habe noch 6000 km vor mir, und liege gut in der Zeit. Deshalb habe ich mir mein Ziel deshalb nun höher gesetzt: Ich will die Strecke in 60 Tagen schaffen, anstatt 70 wie bisher geplant. Bin sehr zuversichtlich, dass es klappt!

6. August
Wieder starker Rückenwind, und es ging mit Hochgeschwindigkeit durch die Steppe. Habe heute Novosibirsk erreicht, die drittgrößte Stadt Sibiriens, und gleichzeitig die Hauptstadt. Und ich habe mir die Zeit genommen, durch die schöne Stadt zu fahren, und sie mir ein bisschen anzuschauen.

Hinter der sibirischen Metropole wird es hügelig, endlich raus aus der langweiligen Steppe und dem Sumpf. Ich freue mich sehr auf eine ganz andere Landschaft - und darauf, die Mosquitos loszuwerden.

7. August:
Früher Start um 5:30 Uhr, da ich hochmotiviert und voller Vorfreude auf die beginnende Wildnis bin. Ich radle durch endlose Wälder, es geht ständig auf und ab. Am Nachmittag die Minen-Stadt Kemerovo erreicht, und decke mich mit Verpflegung ein. Immerhin 700 km sind es bis zum nächsten Supermarkt.

Am Abend erwischt mich ein starkes Gewitter mit anschließendem Hagel. Hatte keine Möglichkeit, mich unterzustellen, und so einige blaue Flecken davongetragen. Trotzdem 260 km heute...

Weiter geht's mit Vollgas Richtung Irkutsk.
Bis bald!
Euer Jonas

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