Von Cabo da Roca nach Wladiwostok - 16 000 km - Tagebuch

EurAsiaChallenge: Serien-Platten und Schwarzwald-Feeling

Von Jonas Deichmann

Foto zu dem Text "EurAsiaChallenge: Serien-Platten und Schwarzwald-Feeling"
Ich werde von Einheimischen eingeladen, bei ihnen zu übernachten. | Foto: Jonas Deichmann

18.08.2017  | 

Vor zwei Wochen hat der Münchner Ausdauer-Athlet Jonas Deichmann seinen ersten Guiness-Weltrekord geknackt: In 25 Tagen, 3 Stunden und 38 Minuten hat er Europa von West nach Ost durchquert, von Cabo da Roca in Portugal nach Ufa in Russland.
Nun steht der nächste Rekord an: Die erste Rad-Durchquerung Europas und Asiens überhaupt - von Cabo da Roca bis nach Wladiwostok in Sibirien. 70 Tage hat Jonas ursprünglich eingeplant. Derzeit liegt er so gut in der Zeit, dass er die Gesamtstrecke von 16 000 km nun in 60 Tagen schaffen will.
Los ging's am 2. Juli in Cabo, dem westlichsten Punkt Europas, auf die lange Reise durch die größte zusammenhängende Landmasse der Welt. Jonas führt ein Tagebuch für radsport-news.com; hier das elfte Update.
 
11. August:
Heute läuft es gar nicht gut. Bin im ganzen Körper müde, die Beine sind schwer, nach den Anstrengungen der letzten Wochen. Trotz guter Bedingungen schaffe ich nur 215 km; hoffe das wird morgen besser. Habe mich dann auch noch in der Distanz geirrt, und musste vier Stunden ohne Wasser und Essen durchhalten. Mit einem dicken Hungerast schaffe ich es gerade noch in ein Restaurant.
12. August:
Ich radel den ganzen Tag durch endlose Wälder, vorbei an Seen und Flüssen - mit schönen Badestellen. Eine traumhafte Landschaft; ich fühle mich wieder besser. Nach 250 km finde ich einen prima Zeltplatz am Fluss, und kann sogar ein Lagerfeuer machen. Toller Tag...
13. August:
Starker Rückenwind, und ideale Radbedingeungen am Morgen. Am Nachmittag habe ich dann leider eine ganze Serie von Platten, und mir geht das Flickzeug aus. Noch 250 km bis nach Irkutsk zum nächsten Radladen, ich hoffe das schaffe ich morgen.
14. August:
Es ist wieder kalt und regnerisch heute. Habe einen schleichenden Platten und muss alle zehn Kilometer nachpumpen. Bin heilfroh, als ich am Abend den Radladen erreiche, und mich mit Ersatzschläuchen eindecken kann. Vor dem Radladen treffe ich ein russisches Paar, das mich zu sich nach Hause einlädt. Sie können recht gut englisch, und ich erfahre viel über die örtliche Kultur.
15. August:
Leider hat mich eine Erkältung erwischt, und lasse es heute ruhiger angehen. Nach Irkutsk geht's nämlich richtig hoch und runter - echtes Schwarzwald-Feeling hier. Nach 110 km duscht mich ein starker Regenschauer. Ich halte lieber an, um nicht noch kränker zu werden. Bin jetzt am Baikal-See angekommen, und freue mich auf die morgige Fahrt entlang des Südufers.
JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
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