Ciclismo Classico Bike Travel Film Festival

"48 Kehren bei Nacht" gewinnt Grand Jury Award


| Foto: stuffilm.com

09.05.2017  | 

Giuliano Calore hat am Stilfser Joch mit dem Fahrrad außergewöhnliche Rekorde aufgestellt. Eintrag Nummer 13 ins "Guinness Buch der Rekorde" ist ihm im vergangenen Sommer geglückt:

Er ist die 48 Kehren des Stilfser Jochs nachts hinuntergefahren,
ohne Lenker und ohne Bremsen, ausgerüstet mit nur einer kleinen Taschenlampe an der Hand. Und das mit 77 Jahren, wohlgemerkt...

Der Film über ihn und seinen letzten Streich, „48 Tornanti di Notte” („48 Kehren in der Nacht“) von Fabrizio Lussu und Anna Grendele, hat nun auf dem "Ciclismo Classico Bike Travel Film Festival" in Arlington in Massachusetts (USA) den Grand Jury Award gewonnen.

"Ich habe seit 2010 hunderte von Filmen auf unserem Filmfest
gesehen", sagte Festival-Direktor Karin Turer bei der Preisverleihung, "aber noch bei keinem Film bisher ist mir so die Kinnlade heruntergefallen wie bei 48 Tornanti di Notte".

Man sei sehr stolz, dass der Film seine USA-Premiere beim "Ciclismo Classico Bike Travel Film Festival" gehabt habe, so Turer weiter. Einen Vorgeschmack gibt's in Form eines Trailers auf "vimeo" (siehe 2. Link hier unten).

Calores Jugend-Idole waren die großen Stars
der Rad-Szene; allen voran Fausto Coppi, der den gefürchteten Stelvio zum Mythos machte. Doch der Rad-Akrobat und leidenschaftliche Musikliebhaber aus Padua wählte andere Mittel, um sich mit der imposanten Passstraße zu messen.

Im Jahr 1981 ist Calore das Stilfser Joch hinabgerast, und hat währenddessen vier Musik-Instrumente abwechselnd gespielt. Er ist dabei kein einziges Mal von seinem Rad gestiegen. Drei Jahre später hat er das Joch nur mit Hilfe seines rechten Beins erklommen, in einer Stunde und 36 Minuten. Und 1985 schoss er mit bis zu 80 km/h in 27 Minuten und einer Sekunde ohne Lenker und Bremsen hinab ins Tal nach Prad.

Mit dem Rekord-Versuch im vergangenen Sommer
hätte es dann fast nicht geklappt: Das Wetter spielte nicht mit, der 77-Jährige musste sich drei Nächte lang gedulden. Dann war es so weit, es wehte zwar ein starker Wind, aber immerhin regnete es nicht. Giuliano Calore zog einen dicken Pulli und eine lange Unterhose an, und setzte sich auf sein Rad, begleitet von der Film-Crew.

Er manövrierte sich nur mit Hilfe seines Körpers und seinem ausgeprägten Gleichgewichtssinn durch die engen Kehren. Und lediglich eine kleine Taschenlampe in der Hand spendete ihm Licht.

13 Guiness-Rekorde hat Calore nun in der Tasche.
Was bringt einen solchen Mann dazu, es immer wieder mit diesem Pass aufzunehmen, der anderen Radfahrern schon alleine bei seinem Anblick den Angstschweiß ins Gesicht treibt?

„Es ist einer der bekanntesten Aufstiege der Rad-Welt, ein spektakulärer Pass mit 48 Kehren und 1800 Höhenmetern“, so die simple Antwort des Fahrrad-Künstlers. Und Calore hat einen Tip für alle, die sich zum ersten Mal an die Kletter-Partie wagen:

„Fangt langsam an, so dass sich die Muskeln
ordentlich aufwärmen können. Es sind viele Kehren und der Pass ist immerhin 2758 Meter hoch, also lasst euch Zeit. Stärkt euch zum Beispiel mit etwas Marmelade oder Honig und ein paar Nüssen, das hilft“.

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