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Im April und Mai ist es an der italienischen Adriaküste am schönsten. Verschiedene Reiseveranstalter locken mit attraktiven Angeboten für Rennradtouren und Trainingscamps in der Gegend um Rimini. Wer den Frühling sportlich in Italien verbringen möchte, sollte rechtzeitig buchen, denn selten können mehr als 40 Personen an einer Tour teilnehmen.
Der Frühling in Italien bietet ideale Temperaturen zum Radfahren. Dazu traumhafte Kulissen, die jede Menge Fahrspaß versprechen. Sonne, Sand und Meer, schneebedeckte Berge, sanfte Hügel und satte Wiesen, Weinberge, freundliche Kunststädte und uralte Bergdörfer - all das und mehr findet man in der Emilia Romagna. Diese wunderschöne Gegend liegt am südlichen Rand Norditaliens zwischen dem majestätischen Po, der blauen Adria und dem grünen toskanisch-romagnolischen Apennin. Die apuanischen Alpen mit ihrer spezifischen Vegetation, den Naturparks, Höhlen und Schluchten bilden den Übergang zur Toskana. Die Versilia mit ihren uralten Wäldern reicht bis an das Tyrrhenische Meer.
Die Emilia Romagna – ein Eldorado für Rennsportler
Flache Küstenstreifen, hügeliges Hinterland, Berg- und Passstraßen - vom Meer bis ins Hinterland bietet die Gegend um Rimini jedem Radsportler beziehungsweise jeder Radsportgruppe ausgezeichnete Möglichkeiten, ein individuell zugeschnittenes Streckenprofil zu finden. Ein ausgeprägtes, engmaschiges und sehr gepflegtes Straßennetz im 20 Kilometer breiten flachen Küstenstreifen, der sich von Rimini beliebig weit (über 100 Kilometer) nach Norden zieht, wie auch im Hinterland, das bis auf 1.200 Meter hinaufführt, lässt hinsichtlich Auswahl und Abwechslung der Streckenführung keinerlei Wünsche offen. Das tolle Panorama, das man bereits auf kleineren Rundfahrten von 40 bis 60 Kilometern durch Obstplantagen und landschaftlich interessanten Strecken erfahren kann, versetzt selbst den müdesten Radfahrer ins Schwärmen.
Prachtvolle Villen, blumengeschmückte Promenaden, schattige Alleen und 130 Kilometer lange Sandstrände prägen die Emilia zwischen Lido di Comacchio und Pésario. Idyllisch in Pinienhaine, Schilf und Ginsterbüsche gekuschelt, liegen die kleinen Orte am Rande des Naturschutzgebietes Valli di Comacchio: Lido di Estensi, Lido di Volano oder Lido di Spina. An der Küste finden wir die größeren Orte wie Riccione, die „grüne Perle der Emilia“ mit herrlichen Baumalleen, und Rimini, den berühmten Badeort mit 1.500 Hotels, 130 Restaurants und knapp 1.000 Boutiquen.
Der Touren-Klassiker: Unterwegs zwischen Ravenna und Rimini
Cesenatico ist eine reizvolle Hafenstadt an der Adria zwischen Ravenna und Rimini. Der Ort wird geprägt durch den alten Kern des ehemaligen Fischerdorfes, dem von Leonardo da Vinci entworfenen Hafenkanal und dem sich von Zadina bis Valverde entlang ziehendem Sandstrand. Hauptattraktionen des Ortes sind der Freizeitpark Atlantica und das Seewasseraquarium. Die vielen Straßencafés am Fischerhafen vermitteln mediterranen Flair.
Cesenatico gilt als idealer Ausgangspunkt für viele Radtouren in der Emilia. Je nach individuellem Anspruch, Kondition und Tagesform kann man sich seine Route zusammenstellen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich durch hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten bei bis zu 400 Meter Höhenunterschied variieren. Die vielen kleinen Orte unterwegs können als Zwischenstationen dienen und ermöglichen Streckenvarianten zwischen 45 und über 140 Kilometer - und dies auf überwiegend asphaltierten Straßen mit hügeligem bis bergigem Niveau.
Außerdem können von Cesenatico aus viele Ausflüge unternommen werden, zum Beispiel in das Montefeltro-Gebiet nach Ravenna, San Marino, Urbino oder San Leo. Die Orte vereinen wertvolle künstlerische Charakterzüge aus den verschiedensten italienischen Geschichtsepochen. Zahlreiche mittelalterliche Burgen und Schlösser, Überreste aus der romanischen Epoche und byzantinische Kunstwerke liegen in wunderschönen mittelländischen Flecken.
Ravenna ist eine der schönsten und kulturell bedeutendsten Städte Italiens. Die romantische Altstadt ist reich an interessanten Baudenkmälern der verschiedenen Epochen. Die Republik San Marino, der Zwergstaat auf der Bergkuppe des Apennin, gilt als das Mekka der Briefmarken-Sammler. Sehr viel beeindruckender sind jedoch die einzigartigen Rundblicke, die man vom Monte Titano aus hat. Auf dieser Anhöhe liegen die drei stolzen Festungen, das Wahrzeichen der Republik. Die Kirche des San Francesco, der Platz der Libertà, der Regierungspalast, die Burgen und viele interessante Museen (Oldtimer, Luftfahrt, Waffen etc.) kann man dort besichtigen. Zu den Hauptattraktionen von Urbino gehören wohl der Herzogenpalast mit seinen Museen, das Geburtshaus Raffaels sowie der botanische Garten und der Dom. In San Leo sollte man unbedingt die Burg des Cagliostro gesehen haben sowie die beiden wunderschönen Kirchen, das Pfarramt und den Dom.
Die Cesenatico-Tour wird von verschiedenen Veranstaltern angeboten und findet meist zwischen Mitte April und Mitte Mai statt. Eine einwöchige Reise mit Halbpension und Radservice kostet zum Beispiel ab 500 € pro Teilnehmer.
Die Alternative: Im Trainingscamp Kraft tanken für die Saison
Alternativ zu den Rennsportreisen werden von einigen Veranstaltern auch Trainingscamps in Rimini organisiert. Die meist 14tägigen Camps, die von Mitte bis Ende April stattfinden, dienen der gezielten Saison-Vorbereitung und sind relativ preisgünstig: Busreise, Radtransport und Unterkunft mit Vollpension zum Beispiel schon ab 600 €. Die Angebote sind auf 20-30 Teilnehmer zugeschnitten, deshalb sollte man die Camps früh buchen.
Einige Angebote sind besonders für Hobby- und Touristikfahrer im Seniorenalter, für Radmarathoniken und RTF-Ambitionierte, geeignet, die in kleinen homogenen Gruppen zwanglos ihre Touren absolvieren können. Die Strecken führen weit über den nahen San Marino in die Marken hinein. Höchster Punkt ist die Überfahrt bei Villanova nach Carpegna mit 1.007 Meter. Auch die Traumstraße von Rimini nach Pescara an der Küste entlang bietet eine reizvolle Kulisse.
Für jugendliche Rennsportler gibt es Tourenangebote, die oftmals zu einem umfassenden Kraftausdauerprogramm gehören mit dem Ziel, konditionell das maximale Jahresniveau zu erreichen. Gefahren wird meist in kleinen Gruppen mit Wertungen am Berg und im Sprint. Eine Königsetappe ist zum Beispiel die über 160 Kilometer lange Fahrt in die Hügel des “4 Colli”.
An Ruhetagen haben die Teilnehmer der Trainingscamps die Möglichkeit, ein bisschen Kultur zu tanken. Es werden viele Ausflugsfahrten angeboten, etwa in die Republik San Marino oder nach Ravenna. Doch auch Rimini selbst ist eine Besichtigung wert. Die Stadt ist nicht nur ein touristisches Badezentrum; sie bietet neben den Meeresstränden und den unterschiedlichsten Vergnügungen auch eine bedeutende Anzahl an Monumenten aus der romanischen Epoche und der Renaissance, etwa der Augusto-Bogen und der Malatestiano-Tempel von Leon Battista Alberti.
Egal, ob man sich für eine Rennsportreise oder ein Trainingscamp entscheidet – das mediterrane Klima, die reizvolle Landschaft und die vielfältigen kulturellen Sehenswürdigkeiten der Emilia Romagna versprechen spannende und abwechslungsreiche Touren im Norden Italiens.
(rh)
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