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Tiefe Täler, ausladende Wälder, kleine versteckte Seen, alpine Anhöhen, Kurven und Serpentinen – die dünn besiedelte, kontrastreiche Mittelgebirgslandschaft der Vogesen bietet ideale Bedingungen für Radsportler, vor allem für Kletterspezialisten.
Die Vogesen – Eine Landschaft voller Schönheit und Vielfalt
Die Vogesen (französisch: Vosges, früher: Wasgenwald) sind ein Mittelgebirge im Nordosten Frankreichs. Am Westrand des Oberrheingrabens bilden sie das linksrheinische Gegenstück zum Schwarzwald. Sie vereinen die Gebirgszonen von drei Regionen: Elsaß, Hochburgund und Lothringen.
In den Vogesen befinden sich zwei Naturparks (Parc des Vosges du Nord und Parc des Ballons des Vosges) mit Bergen, Tälern, Seen, Wäldern und Flüssen, die eine kontrastreiche und eindrucksvolle Umgebung für ausgedehnte Touren bieten. Beeindruckend sind auch die vielen archäologischen Stätten, etwa der „heilige“ Odilienberg mit seinen 6000 Jahre alten Megalithen und dem Kloster Mont St. Odile, der meist besuchteste Wallfahrtsort im Elsaß.
In den Nordvogesen steigt das Gebirge aus Buntsandstein nur bis knapp 600 Meter über dem Meeresspiegel an. Die Südvogesen dagegen haben nahezu alpinen Charakter mit Bergen bis über 1400 Meter Höhe, bestehend aus Gneis und Granit. Die höchsten Erhebungen sind der Grand Ballon (1424 Meter), der Ballon d'Alsace (1247 Meter), der Champ du Feu (1099 Meter) und der Donon (1009 Meter). Während die Westhänge eher sanft abfallen, sind auf der Ostseite dieser Berge oft schroffe Felswände. Am Fuß der Felswände liegen riesige Blockschutthalden, die talabwärts in interessante Hangschluchtwälder übergehen.
Entlang der Gipfel führt die Route des Crêtes, eine Höhenstrasse, die während des ersten Weltkrieges gebaut wurde. Auf dieser erreicht man sehr bequem die meisten Gipfel der Gebirgszone. Dadurch sind die Südvogesen während der Hochsaison leider total überlaufen. Trotzdem konnte sich diese Gebirgslandschaft viel von ihrer Wildheit und Ursprünglichkeit bewahren und ist für den Liebhaber von Natur, Landschaft und gutem Essen immer eine Reise wert - vor allem außerhalb der Ferienzeiten. Hier gibt es auch noch Rückzugsgebiete für Auerhahn, Kolkrabe, Gämse und Luchs.
Die Vogesen sind bis auf die Gipfellagen sehr waldreich. In der Vorhügelzone wird viel Viehwirtschaft (Käsereien), Ackerbau (Getreide, Obst, Mais) sowie Weinbau betrieben, der bis in die Täler der Südvogesen reicht. Bedeutsam ist auch der Fremdenverkehr mit den hübschen Kurorten Contrexéville, Plombières-les-Bains oder Vittel.
Ribeauvillé – Stadt des Weines und Ausgangspunkt aller Touren
Standort und Ausgangspunkt für viele Radrenn-Touren in den Vogesen ist der malerische Winzerort Ribeauvillé, etwa 35 Kilometer von der Abfahrt Riegel der BAB 5 entfernt. Ein Blick auf die grünen Hügelketten, Weinhänge und Burgen hinter dem Ort lässt schon die Vielfältigkeit dieser Region erahnen.
Unsere Tour durch die Vogesen führt auf vier Etappen über eine Gesamtdistanz von 475 Kilometer auf denen 7860 Höhenmeter im Anstieg zu bewältigen sind.
Eine beliebte Auftakt-Strecke windet sich über zwei Pässe hinauf zur Höhenstraße Route des Crêtes, die Ausblicke auf die Kämme der Vogesen zur Rechten und die des Schwarzwaldes zur Linken bietet. Passiert werden der Col du Haute de Ribeauvillé (742 Meter), nach St. Marie aux Mines der Col du Pré des Raves (1025 Meter), der Col du Bonhomme (949 Meter), der Col du Calvaire (1134 Meter) und der Col de la Schlucht (1258 Meter). Bei guter Fernsicht kann man dann vom Grand Ballon (Passhöhe auf 1340 Metern) sogar die Alpen sehen. Die abschließende, lange und kurvenreiche Abfahrt hinunter nach Thann, dem südlichsten Etappenort, führt durch keine einzige Ortschaft – und das auf einer Distanz von 90 Kilometern. Insgesamt erstreckt sich die erste Etappe auf 117 Kilometer bei 2170 Höhenmeter.
Die nächste Etappe verläuft von Thann nach Masevaux, hinauf auf den Ballon d'Alsace, ein Pass, der wie der Grand Ballon schon einmal auf dem Programm der Tour de France 1997 stand. Nach Überquerung der Passhöhe (1178 Meter) geht es auf schmalen Straßen durch die südwestlichste Ecke der Vogesen nach Le Thillot, über den Col des Croix (679 Meter), den Col du Mont du Forche (620 Meter), hinunter nach Vagney bis zum Etappenziel - dem herrlich gelegenen Lac de Gérardmer, dem größten See der Vogesen mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Insgesamt sind auf der zweiten Etappe 120 Kilometer bei 2230 Höhenmeter zu überwinden.
Die dritte Etappe geht von Gérardmer aus über Granges auf kleinen Nebenstraßen nach einigen kleineren Anstiegen (Col de Arrentes, 684 Meter; Col de Mon Repos, 514 Meter; Col de la Chipotte, 458 Meter) hinauf zum Col du Donon (718 Meter). Die anschließende Abfahrt ins lothringische Abreschviller führt durch ein wildromantisches Tal. Insgesamt erstreckt sich die dritte Etappe auf 110 Kilometer bei 2200 Höhenmeter.
Auf der abschließenden Etappe geht es dann von Abreschviller wieder zurück nach Ribeauvillé. Die Strecke führt durch das verträumte Valleé de St. Quirin hinüber in die Region du Hohwald und nach Haut-Koenigsbourg, wo neben dem Col du Kreuzweg (766 Meter) auch noch der Col de Fouchy (603 Meter) zu überqueren ist. Auf der Schlussetappe sind 128 Kilometer bei 1260 Höhenmeter zu absolvieren.
Tipp: Aufgrund der Gesamthöhenmeter der einzelnen Etappen sollten die gut trainierten Fahrer eine kleinere Übersetzung von 39:25 Zähnen wählen.
Organisierte Rennrad-Touren
Die Vogesen lassen sich individuell oder organisiert in der Gruppe erradeln. Die zu bewältigenden Anstiege im Verlauf dieser Tour sind nicht so steil und auch nicht so lang wie in den Alpen. Dennoch ist die Strecke nur für gut trainierte Radsportler geeignet und abgestimmt.
Die Erlebnistouren werden vor allem Mitte Mai angeboten, wenn es bei durchschnittlichen Temperaturen von 22 bis 24 Grad noch nicht zu heiß ist.
Verschiedene Veranstalter organisieren attraktive Wochen-Tourenprogramme mit persönlicher Betreuung (Guides, Servicepersonal, Begleitbusse mit Verpflegung, Zusatzausrüstung und Ersatzmaterial) oder bei individueller Tourengestaltung mit persönlicher Beratung (Tipps für Tourenvarianten, Ausstattung mit Kartenmaterial, Navigationsgeräten etc.). Die Unterkunft erfolgt in gut ausgestatteten Hotels im Doppelzimmer. Das Gesamtpaket für eine Wochentour kostet je nach Veranstalter zwischen 500 und 750 Euro.
(rh)
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