Profi-Radsport

Gut vorbereitet auf die Alpen-Tour

Über die Grandes Alpes von Gipfel zu Gipfel III

Die Route des Grandes Alpes ist eine echte sportliche Herausforderung. Auch wenn die durchschnittliche Etappenlänge hier nur etwas mehr als 140 Kilometer beträgt, werden selbst gut trainierte Fahrer kaum über einen Schnitt von 24 km/h hinaus kommen. Denn fast immer sind mehr als 3000 Höhenmeter zu überwinden, an sieben Tagen hintereinander.

Die Route ist damit alles andere als eine Einsteigertour. Sie verlangt eine gezielte Vorbereitung über acht bis zwölf Wochen mit durchschnittlich neun Stunden Radtraining pro Woche. Für Radsportler ohne Bergerfahrung und mit eher geringem Trainingspensum eignet sich eher die kleinere Tour "Petite Route des Grandes Alpes" mit Bergen geringerer Kategorie.

Gute Bergfahrer sollten eine kleine Übersetzung von mindestens 39:27 montieren, alle anderen noch einen Gang kleiner oder gleich eine Dreifach-Kurbel mit einer 27er-Cassette. Damit sind Nicht-Profis in der Lage, auch auf den steilsten Passstraßen im Verlauf dieser Tour gelenk-, kräfteschonend und effizient zu treten und noch etwas von der wunderschönen Umgebung zu genießen.

Die Reifen sollten nicht unter 23 Millimeter Profil aufweisen, Schläuche und Felgenband in Ordnung sein. Von Latex- und Butyl-Schläuche mit weniger als 65 Gramm ist abzuraten. Diese sind den thermischen Belastungen langer Passabfahrten nicht gewachsen und können zu lebensgefährlichen Schlauchplatzern führen. Es empfiehlt sich auch, einen neuen Satz Bremsbeläge zu montieren, die bei Passabfahrten insbesondere auf nasser Straße starkem Verschleiß unterliegen.

Die Alpen-Tour findet zumeist Ende Juni bei angenehmen Frühlingstemperaturen um die 20 Grad statt. Die Route kann alleine, zu zweit, am besten jedoch organisiert in der Gruppe erradelt werden. Allerdings sollte wegen der zum Teil verkehrsreichen Straßen in den Tälern der großen Cols immer ein Begleitfahrzeug dabei sein. Die Etappen sind so geplant, dass ein gut trainierter Radsportler weder über- noch unterfordert wird und man sich die Kräfte gut einteilen kann.

Verschiedene Veranstalter organisieren attraktive Wochen-Tourenprogramme mit Vollservice (Touren-Guide, Mechaniker, Begleitbusse mit Werkzeug, Zusatzausrüstung, Ersatzmaterial, GPS-Navigationssysteme, Verpflegungsstationen, Gepäcktransport). Die Unterkunft erfolgt in ausgesuchten Drei- oder Vier-Sterne-Hotels im Doppelzimmer mit Halbpension. Das Gesamtpaket für eine Wochentour kostet etwa 1100 Euro. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, sollte man frühzeitig buchen, in der Regel drei bis vier Monate vor Beginn der Reise.
(rh)