Profi-Radsport

Der deutsche Klassiker

Rund um den Henninger-Turm

41 Jahre ist es her: Der Henninger-Turm war gebaut - große Einweihungsfeier auf dem Sachsenhäuser Berg. Ein neues Wahrzeichen für Frankfurt am Main: Silo, Aussichtsturm, Dreh-Restaurant, Gesellschaftsräume. Konsul Bruno H. Schubert, Besitzer der alten Frankfurter Brauerei, versammelte seine Direktoren um sich: "Was können wir tun, um den Henninger-Turm ins Bewußtsein der Menschen zu bringen?" fragte er damals. Die Antwort seines Marketing-Direktors Gustl Huber fiel ebenso spontan wie überzeugend aus: "Machen wir doch ein Radrennen rund um den Henninger-Turm." Als ehemaliger Schweinfurter hatte Huber eine emotionale Bindung zum Radsport, denn schon als Kind und Jugendlicher war er begeisterter Zuschauer des Straßenrennens "Quer durch Spessart und Rhön" gewesen.

Gesagt - getan. Auf Veranlassung von Bruno H. Schubert nahm die Brauerei unverzüglich Kontakt zum Hessischen Radsportverband und zum Radsport-Bezirk Frankfurt auf. Doch beide Organisationen verwiesen auf die erst kurz zuvor gegründete "Gesellschaft zur Förderung des Frankfurter Radsports". Deren Gesellschafter, die Brüder Hermann und Erwin Moos, hatten sich auf die Fahnen geschrieben, für den Fortbestand der Radrennen auf der Frankfurter Stadion Rennbahn zu sorgen. Jetzt sollte ihnen eine viel größere Aufgabe bevorstehen.

Ein Jahr später, 1962, fiel erstmals der Startschuss zu "Rund um den Henninger-Turm". Der belgische Weltmeister Rik van Looy, damals überragender Akteur der internationalen Szene, reiste mit seiner Mannschaft an und beherrschte den Rundkurs nach Belieben. Armand Desmet, einer seiner Helfer, gewann die Premiere. Und auch im Hause Henninger war man hochzufrieden mit diesem Auftakt. Denn das Rennen brachte die Menschen direkt zum Hainer Weg, und immer wieder wurde der Henninger-Turm automatisch in der Berichterstattung genannt. Mit jedem weiteren Rennen gewann der Henninger-Turm an Popularität und Zuspruch, bis ihn schließlich die Frankfurter als neues Wahrzeichen ihrer Stadt tief in ihre Herzen schlossen.

1979 zog sich Konsul Bruno H. Schubert aus Altersgründen aus der Brauerei zurück. Seitdem ging das Unternehmen mehrmals in den Besitz neuer Eigentümer über. Doch das Radrennen, traditionell am 1. Mai ausgetragen und damit zum Stammtermin im internationalen Radrennsport geworden, wurde von keinem der neuen Brauerei-Besitzer jemals in Frage gestellt. Die Beliebtheit des Rennens in der Bevölkerung, das internationale Renommee von "Rund um den Henninger-Turm" und nicht zuletzt die seit nunmehr 41 Jahren bestehende enge Verbindung zwischen der Veranstaltung und der berühmten Frankfurter Biermarke waren ausschlaggebend dafür. Im Herbst 2001 übernahm die benachbarte Frankfurter Binding-Brauerei die Marken- und Vertriebsrechte der Henninger Bräu AG. Die Fortsetzung des renommierten Radrennens "Rund um den Henninger-Turm" versteht Binding als klares Bekenntnis zu ihrem traditionsreichen Brauereistandort Frankfurt.