Russische Hacker legen nach

Auch ADAMS-Daten von Froome und Wiggins veröffentlicht

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Chris Froome (li.) und Bradley Wiggins auf dem Podium der Tour de France 2012 | Foto: Cor Vos

15.09.2016  |  (rsn) – Die offenbar russische Hackergruppe namens Tsar Team (APT28) oder auch "Fancy Bear“, die das Meldesystem ADAMS der Welt-Antidopingagentur WADA geknackt und daraus bereits gestern vertrauliche Daten von Leistungssportlern veröffentlichte, hat wie angekündigt weitere Namen veröffentlicht.

Darunter befinden sich auch die der beiden Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins und Chris Froome, wie cyclingnews.com meldete. Aus den Daten geht demnach hervor, dass Froome in den vergangenen Jahren zwei sogenannte Therapeutic Use Exemptions (TUE) erhalten hat. Dabei handelt es sich um ärztlich attestierte Medizinische Ausnahmegenehmigungen, mit denen Sportler ansonsten verbotene Substanzen und Methoden zu sich nehmen können.

Beide TUE waren bisher schon bekannt. Eine stammte aus dem Jahr 2014, als der Brite bei der Tour de Romandie startete, und sorgte für Kontroversen; zur  zweiten vom Criterium du Dauphiné 2013 hatte Froome sich in diesem Jahr in einem Interview mit der Zeitung Scotsman erklärt. Beide Male handelte es sich um den Einsatz des Kortikosteroids Prednisolon, das Froome laut einer Erklärung vom Donnerstag gegen Asthma einsetzte.

"Ich habe über meine TUE offen mit den Medien diskutiert und habe keine Probleme mit dem Leck, das meine Aussagen nur bestätigt. In neun Jahren als Profi habe ich zweimal eine TUE für sich verschlimmerndes Asthma benötig, das letzte Mal im Jahr 2014", so Froome.

Dagegen geht aus den veröffentlichten Daten hervor, dass Wiggins im Zeitraum von 2008 bis 2013 nicht weniger als sechs Ausnahmegenehmigungen erhalten hat: jeweils für die Dauer von zwölf Monaten für die Substanzen Salbutamol, Fluticason, Formoterol und Budesonid (allesamt Asthmamittel) sowie bei drei Gelegenheiten für Triamcinolon, das unter anderem gegen entzündliche rheumatische Erkrankungen eingesetzt wird.

Die WADA hat mittlerweile das zweie "Datenleck“ bestätigt und nochmals die "kriminellen Aktivitäten“ der Hacker verurteilt. Zudem habe man die russische Regierung aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Aktivitäten der Gruppe zu stoppen. Aus dem Kreml war bereits jede Beteiligung an der Hacker-Aktion bestritten worden.

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