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27.05.2001 - Forchheim (dpa) - Erik Zabel hat seine Ein-Mann-Show bei der Bayernrundfahrt auch zum Abschluss fortgesetzt. Auf der sechsten und letzten Etappe von Ansbach nach Forchheim siegte der 30-jährige Super-Sprinter vom Team Telekom zum vierten Mal in Serie und sicherte sich damit souverän das Blaue Trikot des schnellsten Fahrers im Feld.
Teamkollege Rolf Aldag (Ahlen/Westfalen) sorgte als Zweiter für einen Doppelsieg. Aberto Vinale, der nach den 165 km zeitgleich mit Zabel und Aldag nach 3:47:32 Stunden ins Ziel spurtete, blieb nur der dritte Platz. Mit seinem insgesamt elften Tagessieg bei seiner fünften Teilnahme stellte Weltcup-Sieger Zabel seine herausragende Form vor der Deutschland-Tour ab Dienstag erneut unter Beweis.
In der Gesamtwertung triumphierte mit Jens Voigt (Grevesmühle) vom Team Credit Agricole ein anderer Deutscher. Als erster Fahrer verteidigte der 29-Jährige bei der 22. Auflage der Rundfahrt nach 20:34:14 Stunden seinen Titel aus dem Vorjahr. Den hauchdünnen Vorsprung von sieben Sekunden auf den insgesamt 864 km auf Aldag hatte sich Voigt beim Zeitfahren erstritten. Aldag schob sich seinerseits durch zahlreiche Zeitgutschriften noch vom dritten auf den zweiten Rang und tauschte mit dem Russen Artour Babaitsew die Plätze.
Doch die ganze Aufmerksamkeit gehörte Zabel. «Wir sind sehr froh, dass wir hier so viel erreichen konnten und sind mit vier Etappensiegen und einem zweiten Platz natürlich mehr als zufrieden», bilanzierte Zablel nach dem «schnellsten Rennen der Rundfahrt» zufrieden. Rundherum glücklich zeigte sich auch Voigt: «Die Schlussetappe war noch mal richtig schwer. Mein Team hat wieder sehr viel gearbeitet und konnte mich im Finale deshalb nicht mehr voll unterstützen. Ich bin sehr froh, dass ich meinen Sieg trotzdem verteidigen konnte und kann jetzt schon sagen: Ich komme gern wieder nach Bayern.» Nachdem Credit Agricole die Deutschland-Tour nicht bestreiten wird, ist das nächste Ziel für Voigt die Tour de France, bei der er gern eine Etappe gewinnen würde.
Mit einer erneuten Massenankunft hatte vor Beginn der Schlussetappe eigentlich niemand gerechnet. Zahlreiche Attacken größerer Gruppen gestalteten den Rennverlauf auf der Schlussetappe besonders kämpferisch. Nach 40 km fanden sich 16 Fahrer an der Spitze zusammen, die einen sehr vielversprechenden Ausreißversuch initiierten. Mit Jens Voigt, Rolf Aldag, Artour Babaitsev und Christian Wegmann (Münster) waren alle Favoriten auf den Gesamtsieg in dieser Gruppe vertreten. Trotzdem schafften es diese 16 nicht, sich wirklich entscheidend abzusetzen. Mit maximal einer Minute Rückstand auf die Spitze blieb das Feld immer auf Tuchfühlung.
Auch Torsten Nitsche (Erfurt/Saeco), Volker Ordowski (Weilen/Gerolsteiner) und Michael Schlickau (Siegen/Cologne), die gemeinsam mit dem Niederländer Bart Voskamp (Batavus) attackierten, konnten sich nur bis zum ersten Anstieg zur Burg Feuerstein in der Fränkischen Schweiz vorn halten. Auch die zweite Bergwertung auf dem Feuerstein brachte nicht den erwarteten Durchbruch. Bis wenige Kilometer vor dem Ziel allein in Führung, hatte der Belgier Geoffrey Demeyere (Vlaanderen) im Finale aber dem Ansturm des Teams Telekom nichts mehr entgegenzusetzen.
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