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27.05.2001 -
Reggio Emilia (dpa) - Jan Ullrich ist gesundheitlich über den Berg und macht in Italien langsam Fortschritte in Richtung Tour de France. Nach seinem überraschenden dritten Platz auf der längsten Giro-Etappe von Rieti nach Montevarchi über 239 km ließ der Olympiasieger aus Merdingen auf dem achten Tagesabschnitt auf schwierigem Terrain allerdings die Zügel wieder etwas schleifen.
Etappensieger in Regio Emilia nach 185 km und drei Bergprüfungen wurde der Italiener Pietro Caucchioli im Alleingang. Sein Landsmann Dario Frigo verteidigte das Rosa Trikot mit drei Sekunden vor dem Portugiesen Jose Azevedo. Auch der zweifache Etappensieger Danilo Hondo aus Cottbus bleibt im Besitz des «Maglia Ciclamina» des Punktbesten.
Ullrich, der auf der bisher schwersten Etappe des 84. Giro d`Italia die Kraftanstrengung des Vortages verdauen musste, verlor über acht Minuten auf Caucchioli. «Auf den letzten 40 Kilometer hatte er mit vielen anderen Fahrern ein `Gruppetto` gebildet. Die sind dann verhalten ins Ziel gefahren. Das spielte keine Rolle heute. Jan kommt langsam», sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage.
«Ich bin super zufrieden. Ich merke, wie es jeden Tag besser wird. Bei diesem Rennen werde ich noch viel Freude haben», hatte Ullrich, der seine leichte Bronchitis überwunden hat und auch die kritischen Gastgeber durch ansteigende Form langsam überzeugt, am Vortag festgestellt. «Sein Stolz hat ihn dazu getrieben, zum ersten Mal im Rhythmus der Besten zu fahren», schrieb die «Gazzetta dello Sport» nach seinem dritten Platz.
Für die nächste Woche hat sich der Tour-Sieger von 1997, der in einer vierten Verfolgergruppe ins Ziel kam, einiges vorgenommen. «Ein Sieg von Jan im Zeitfahren am 3. Juni am Gardasee würde mich nicht überraschen», sagte Pevenage, der mit dem ersten Auftritt seines Teams beim Giro d`Italia nach sechsjähriger Pause bisher hochzufrieden sein kann.
Schon auf dem 1388 m hohen Abetone 60 km nach dem Start hielt sich Ullrich zurück und orientierte sich an der Gruppe mit dem Fahrer des Rosa Trikots. Voraus fuhr zu diesem Zeitpunkt eine Spitzengruppe mit zweieinhalb Minuten Vorsprung. In ihr hatte der Tagessieger signalisiert, was er vorhat. Im weiteren Rennverlauf verlor Ullrich weiter an Boden, was aber gemessen an seinen Absichten in Italien nicht sehr ins Gewicht fiel.
Im Spurt einer großen Spitzengruppe hatte sich Ullrich nach 6:48:02 Stunden nur den Italienern Stefano Zanini und Gabriele Missaglia gebeugt. Rang vier holte sich der seit Giro-Beginn stark fahrende Neuling Matthias Kessler aus Nürnberg.
Die 9. Etappe von Reggio Emilia nach Rovigo über 142 km führt wie die nächsten beiden über flaches Gelände und bietet den Sprintern wieder Chancen.
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