Mit Sky-Erfahrung zu neuen Höhen bei Bora-hansgrohe

Rückkehrer König will beim Giro aufs Podium


Leopold König (Bora-hansgrohe) | Foto: Team/veloimages.com

11.01.2017  |  (rsn) - Neben der Verpflichtung großen Stars wie Weltmeister Peter Sagan oder Rafal Majka hat sich Bora-hansgrohe auch die Dienste eines Mannes gesichert, für den der Wechsel nach Deutschland auch eine Rückkehr bedeutet: Leopold König war zwischen 2011 und 2014 bereits wichtiges Mitglied und sogar Kapitän der Mannschaft, die damals noch NetApp-Endura hieß, bevor er zur für zwei Jahre zur britischen Sky-Formation wechselte.

Während seiner Zeit beim damaligen deutschen Zweitdivisionär war der Tscheche für die größten Erfolge der von Ralph Dank geleiteten Equipe verantwortlich. Nachdem er 2013 bei der Vuelta a España eine Etappe gewann und Neunter in der Gesamtwertung wurde, fuhr König im folgenden Jahr eine überragende Tour de France, die er schließlich auf Platz sieben beenden konnte.

Beim Team Sky gelang es König trotz einiger starker Auftritt allerdings nicht, in die erste Reihe der Rundfahrer vorzudringen. Bei Bora-hansgrohe dagegen wird er wieder zu den Stars gehören. So ist es wenig verwunderlich, dass König große Ambitionen für die anstehende Saison hat: "Wenn wir das gesamte Bild betrachten, ist es einfach...eine Podiumsplatzierung bei einer Grand Tour" kündigte der Rundfahrtspezialist gegenüber cyclingtips.com an.

Da Majka bei der diesjährigen Tour de France auf Gesamtwertung fahren wird, fokussiert sich König auf den Giro. Nachdem er bei Sky vor allem als Helfer eingesetzt wurde, wobei er 2015 immerhin Sechster der Italien-Rundfahrt werden konnte, gab er sich überzeugt, dass er noch nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft hat: "Ich habe das Gefühl, dass ich mich jedes Jahr verbessere...mit dem Alter werde ich immer noch besser. Der letzte Schritt war die diesjährige Vuelta (2016), wo ich wirklich das Gefühl hatte, dass ich mit den Besten mitfahren kann."

Bei der vergangenen Spanien-Rundfahrt lag König bis zur 15. Etappe nach Formigal auf Platz sechs, obwohl er als Helfer für Chris Froome unterwegs war, verlor auf diesem denkwürdigen Teilstück jedoch alle Chancen auf eine vordere Platzierung. Letztlich schloss er die Vuelta auf Rang 29 des Gesamtklassements ab.

In diesem Jahr wird König Tscheche wieder in einem altbekannten Umfeld agieren, in dem er sich trotz der Umstrukturierungen durch den Aufstieg in die WorldTour sofort wieder heimisch fühlte: "Es ist wirklich, als würde ich nach Hause zurückkehren. Ich weiß, es klingt wie eine Phrase, aber es ist wirklich wahr. Obwohl ich hier nicht mehr so viele Leute kenne, da sich das Team so stark verändert hat, habe ich das Gefühl, dass die Mentalität die Gleiche geblieben ist", lobte König die familiäre Umgebung des Straubinger Rennstalls, den Teamchef Ralph Denk über lange Jahre geformt und aufgebaut hat.

Natürlich ist es interessant zu erfahren, was König von der Mannschaft mit dem größten Etat im internationalen Radsport mit zu seinem neuen, alten Team nimmt. Darauf angesprochen, gab er einen Teil der Philosophie der "marginal gains" zum Besten: "Da sind all die kleinen Dinge, die das Leben leichter machen. Aber das kommt nur mit einem großen Budget, wie es das Team Sky hat." Doch es scheint ganz so, als könne König einiges mitnehmen von der Insel: "In den letzten sieben oder acht Tagen gab es nicht einen Tag, an dem ich nichts von dem weitergegeben hätte, dass ich bei Sky gelernt habe."

Vielleicht wird es diese Mischung sein, die Leopold König seinen Traum von einem Grand Tour-Podium wahrmachen lässt: die Detailversessenheit der britischen Ausnahmemannschaft gepaart mit der besonderen Atmosphäre des bayerischen Bora-hansgrohe-Rennstalls.

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