Verhältnis zu Froome "wie immer"

Brailsford denkt trotz Kritik an ihm derzeit nicht an Rücktritt


In Erklärungsnot: Sky-Teamchef Dave Brailsford | Foto: Cor Vos

11.01.2017  |  (rsn) – Trotz der starken Kritik an ihm lässt Dave Brailsford keinen Zweifel daran, dass er gewillt ist, weiter als Team-Manager des britischen Sky-Rennstalls Verantwortung zu übernehmen. "Ich freue mich darauf, in die neue Saison einzusteigen und zu schauen, ob wir unsere bisherigen Resultate noch verbessern können“, beantwortete der Waliser am Sky-Medientag im Trainingslager auf Mallorca Fragen zu seiner beruflichen Zukunft.

Zu den großen Zielen des Sky-Teams gehört der vierte Tour-de-France-Sieg von Chris Froome. Dabei hatte der Brite sich zuletzt in einem viel beachteten Interview nicht dazu äußern wollen, ob ihn Brailsfords Aussagen vor dem Parlamentsausschuss für Kultur, Medien und Sport überzeugt hätten.

Der bestritt nun, dass durch Froomes Äußerungen das Verhältnis zueinander belastet sei. Vielmehr betonte Brailsford, dass es in der Kommunikation zwischen ihm und seinem Kapitän darum ginge, wie "wir die Tour de France wieder gewinnen könnten. Wir sprechen viel darüber, was wir tun müssen, […], um seinen Platz bei den Legenden des Sports zu festigen und was es dafür benötigt. Wir haben das diskutiert und so gesehen ist es wie immer.“

Allerdings ergänzte Braislford, dass er unter bestimmten Bedingungen doch einen Rücktritt in Erwägung ziehen würde – nämlich dann, wenn die Diskussionen um die Medinzinischen Ausnahmegenehmigungen (TUEs) für Wiggins und die ominöse Medikamentenlieferung ihn in der Leitung des Teams beeinflussen würden. "Ich habe mir selbst hohe Standards gesetzt, und wenn ich das nicht mehr länger tun könnte, was ich mir damals vorgegeben hatte, dann würde ich sicherlich nochmals darüber nachdenken“, sagte er.

Brailsford wies zudem die Vorwürfe zurück, die David Kenworthy, der Vorsitzende der Britischen Anti-Doping-Agentur UKAD, an ihn gerichtet hatte. Kenworthy hatte Brailsfords Äußerungen vor dem Ausschuss als "außergewöhnlich“ und "sehr enttäuschend“ bezeichnet und damit den Druck auf den Team-Manager weiter erhöht. Brailsford steht aufgrund seines Verhaltens in dem Fall um die Medikamentenlieferung an Bradley Wiggins am letzten Tag des Critérium du Dauphiné 2011 in der Kritik.

Zunächst hatte er sich geweigert, über den Inhalt des Pakets, das von Simon Cope, dem damaligen Trainer der britischen Frauen-Nationalmannschaft, unter einigem logistischen und finanziellen Aufwand von Manchester nach La Toussuire gebracht worden war, Auskunft zu geben. Erst vor dem Parlamentsausschuss hatte Brailsford dann erklärt, dass die Lieferung den Hustenlöser Fluimucil enthalten habe.

Damit hatte er allerdings die Öffentlichkeit nicht überzeugen können – und auch nicht den UKAD-Chef, den er in dem Mediengespräch allerdings für dessen Aussagen kritisierte. "Das einzig Außergewöhnliche waren die Äußerungen des UKAD-Vorsitzenden am folgenden Tag, als er eine noch laufende Untersuchung kommentierte“, warf Brailsford Kenworthy Voreingenommenheit vor und fügte an: "Die meisten gerecht empfindenden Menschen denken, dass man damit bis zum Ende eines Prozesses warten sollte, mit dem herausgefunden werden soll, was genau passiert ist.“

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