Australier besiegt Elissonde am Tag der Helfer

Howson nutzt seine Chance, als Chaves und Froome sich belauern


Damien Howson (Orica-Scott) führt das Feld bei der Tour Down Under an. | Foto: Cor Vos

02.02.2017  |  (rsn) - Nicht das Duell zwischen Chris Froome und Esteban Chaves, sondern eines zwischen ihren Helfern Kenny Elissonde (Sky) und Damien Howson (Orica-Scott) prägte das Bild der Königsetappe bei der Jayco Herald Sun Tour. Am Ende des rund 1.000 Höhenmeter überbrückenden, 20 Kilomter langen Schlussanstiegs von Falls Creek konnte der Franzose dem Australier nicht mehr folgen, so dass Howson auf dem letzten Kilometer bereits darüber nachdachte, wie er seinen ersten Profi-Sieg und den ersten Erfolg überhaupt seit dem Gewinn der U23-Zeitfahrweltmeisterschaften 2013 in Florenz feiern würde.

"Es war ein Traum-Szenario, auf dem letzten Kilometer einen ordentlichen Vorsprung zu haben und zu überlegen, wie ich jubele", sagte der noch immer erst 24 Jahre alte Orica-Profi. Schließlich richtete er sich auf, stemmte spannte die Oberarme an, ballte die Fäuste und schrie die Freude heraus. "So gewonnen zu haben, mit einigen der besten Kletterer der Welt hinter mir, damit bin ich sehr glücklich."

Howson gehört zur Helferriege des Kolumbianers Chaves und hätte diese Rolle im Fall der Fälle auch an diesem Donnerstag in den Bergen von Victoria ausgefüllt. Doch weil sein Boss sich mit Froome belauerte, nahm Howson gemeinsam mit Froome-Helfer Elissonde im Schlussanstieg nach Falls Creek reißaus. Das Duo fuhr zum letzten Verbliebenen der achtköpfigen Ausreißergruppe des Tages, Steve Lampier (JLT Condor), nach vorne, überholte ihn und schüttelte ihn bald ab.

Zwischenzeitlich hatten Howson und Elissonde anderthalb Minuten Vorsprung auf die Favoritengruppe mit ihren Chefs herausgefahren. Doch das Zeitpolster wurde auf den letzten Kilometern langsam dünner, als hinten weitere Attacken gingen. Drei Kilometer vor dem Ziel standen noch 50 Sekunden auf der Uhr und von hinten kam der Australier Jai Hindley (Korda Mentha Real Estate) langsam näher. Doch innerhalb der letzten zwei Kilometer beschleunigte auch Howson noch einmal, ließ Elissonde stehen und fuhr dem Sieg entgegen.

"Ich bin am Ende geplatzt", gab der später zu. "Ich habe freie Fahrt bekommen, um möglicherweise den Sieg zu holen, aber am Ende hat mir etwas das Tempo gefehlt. Es ist schön, da vorne gewesen zu sein, aber mir wäre es lieber gewesen, hätte Chris (Froome) gewonnen, anstatt dass ich Dritter werde."

Denn Elissonde musste auf dem Schlusskilometer auch Hindley noch vorbeiziehen lassen, um schließlich mit 47 Sekunden Rückstand auf Howson als Dritter ins Ziel zu rollen. Hindley rückte noch bis auf 32 Sekunden an seinen Landsmann heran.

Chaves und Froome aber blieben trotz einiger Tempoverschärfungen im Verlauf des Anstiegs bis zur Zielgeraden beisammen. Dort holte der Kolumbianer mit seiner bekannten Endschnelligkeit durch einen letzten Antritt dann doch noch eine Sekunde auf den Briten heraus, der in der Gesamtwertung nun 1:12 Minuten hinter dem neuen Spitzenreiter Howson Fünfter ist. Chaves folgt weitere drei Sekunden dahinter auf Rang neun.

Der einzige Deutsche im Peloton der Herald Sun Tour ist Mario Vogt, der inzwischen für das Attaque Team Gusto unterwegs ist. Der 25-Jährige fuhr in Falls Creek mit 7:28 Minuten Rückstand auf Sieger Howson als 32. über den Zielstrich.

Tageswertung:
1. Damien Howson (Orica-Scott) 4:33:54 Stunden
2. Jai Hindley (Korda Mentha Real Estate) + 0:32 Minuten
3. Kenny Elissonde (Sky) + 0:47
4. Michael Storer (Korda Mentha Real Estate) + 1:03
5. Esteban Chaves (Orica-Scott) + 1:10
6. Chris Froome (Sky) + 1:11
7. Nathan Earle (Korda Mentha Real Estate) + 1:11
8. Lucas Hamilton (Korda Mentha Real Estate) + 1:11
9. Cameron Meyer (Korda Mentha Real Estate) + 1:13
10. Timothy Roe (IsoWhey Sports SwissWellness) + 1:21

Gesamtwertung:
1. Damien Howson (Orica-Scott) 4:36:32 Stunden
2. Jai Hindley (Korda Mentha Real Estate) + 0:38 Minuten
3. Kenny Elissonde (Sky) + 0:53
4. Michael Storer (Korda Mentha Real Estate) + 1:10
5. Chris Froome (Sky) + 1:12

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