Oman: BMC-Profi sieht andere als Favoriten

Hermans: "Es wird schwer, das Leadertrikot zu verteidigen"


Ben Hermans (BMC) im Roten Trikot der Oman-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

15.02.2017  |  (rsn) - Nach seinem zweiten Rang im Schlussklassement der Valencia-Rundfahrt beweist Ben Hermans auch bei der Oman-Rundfahrt (2.HC) herausragende Frühform. Mit seinem Sieg auf der 2. Etappe, auf der er sich nach 142,5 Kilometer von Nakhal nach Al Bustan im kurzen, aber steilen Schlussanstieg souverän gegen Rui Costa (UAE Abu Dhabi) und Jakob Fuglsang (Astana) durchsetzte, holte sich der Belgier auch das Rote Trikot des Spitzenreiters der Rundfahrt.

Allerdings bleibt Hermans in Sachen Gesamtsieg - es wäre der erste in seiner Karriere - nicht nur wegen der knappen Abstände im Klassement eher skeptisch. "Über den Sieg und das Leadertrikot freue ich mich natürlich. Aber es zu verteidigen wird sehr schwer“, sagte der 30-Jährige im Ziel den wartenden Reportern. "Es gibt hier bestimmt zehn, fünfzehn Leute, die gut aufs Podium kommen können. Die Entscheidung wird wohl am Green Mountain fallen. Der hat eine komplett andere Charakteristik“, betonte Hermans, der 2015 auf der Königsetappe genau eine Minute hinter dem damaligen Etappengewinner und späteren Gesamtsieger Rafael Valls als Neunter die Bergankunft in 1.235 Metern Höhe erreichte.

Deshalb also wird es ihm wohl schwer fallen, auf der Königsetappe den zu erwartenden Attacken der Top-Favoriten wie Fabio Aru (Astana) oder Romain Bardet (Ag2R) standzuhalten. Das gelang Hermans am Mittwoch im steilen, aber im Vergleich zum Green Mountain deutlich kürzeren Schlussanstieg dafür ausgesprochen gut.

"Ja, ich hatte einen guten Vorsprung. Unter den Armen hindurch konnte ich immer mal wieder nach links schauen und habe gesehen, dass es reichen wird. Ich habe nur Rui Costa gesehen“, schilderte er das Finale, in dem BMC ursprünglich auf Olympiasieger Greg Van Avermaet gesetzt hatte. "Greg hat wie geplant früh am Anstieg attackiert, kam dann aber zurück. Da habe ich meine Chance gesucht und jetzt bin ich natürlich glücklich“, sagte der Klassikerspezialist, der im erstklassig besetzten BMC-Team in den großen Eintagesrennen weiterhin nur die zweite Geigen spielen wird.

Darüber war sich Hermans auch nach seinem Coup von Al Bustan bewusst: "Ich glaube nicht, dass ich nach diesem Sieg bei dem Klassikern mehr freie Hand habe. Es gibt so viele gute Leute bei uns“, sagte er mit Blick vor allem auf Van Avermaet, der nach dem Weggang von Philippe Gilbert 2017 alleiniger Klassiker-Kapitän sein dürfte.

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