Beim Mailand-Sanremo-Debüt in der Gruppe des Tages

Denz: "Das war ein Selbstmordkommando"

Von Lorenz Rombach


Nico Denz (Ag2R, Mi.) in der Ausreißergruppe bei Mailand-Sanremo | Foto: Cor Vos

18.03.2017  |  (rsn) - Gleich bei seinem ersten Start beim Radsport-Monument Mailand-Sanremo hat es Nico Denz (Ag2r) in die Gruppe des Tages geschafft. Insgesamt zehn Fahrer setzten sich auf den ersten Kilometern ab und wurden erst in der Cipressa gut 20 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Knapp 270 Kilometer an der Spitze waren dann auch "sehr, sehr lang“, wie der junge Süd-Schwarzwälder im Ziel zu radsport-news.com sagte.

Dabei war es Denz von Anfang an bewusst, dass die Erfolgschancen der Ausreißer gering sein würden, denn trotz seiner erst 23 Jahre war er schon oft in derartigen Gruppen dabei: "Eigentlich war es klar, dass es ein Selbstmordkommando ist. Das war sehr speziell, ehrlich gesagt. Weil das Rennen so lang war, sind wir nicht von Anfang an voll gefahren und haben etwas Kräfte gespart", schilderte Denz die taktischen Spielereien und fügte an: "Das war das erste Mal, dass ich in der Spitzengruppe auch noch Pinkelpausen eingelegt habe."

Geplant war die Flucht allerdings nicht, wie er auf Nachfrage betonte: "Ne, eigentlich nicht, aber als ich dann gesehen habe, dass neun Fahrer gegangen sind, dachte ich, 'Na komm, fahr' ich halt mit. Ich bin ja oft in Gruppen und deshalb war es die richtige Lösung." Erfolgsaussichten billigte er sich auch aus einem anderen Grund nicht zu: "Meine letzten Rennen waren Omloop Het Nieuwsblad und Kuurne-Brüssel-Kuurne, die ich beide krankheitsbedingt aufgegeben habe. Seitdem bin ich kein Rennen mehr gefahren und ich wusste daher, dass es im Finale eh' schwierig würde.“

Trotz der fehlenden Rennkilometer erwischte der junge Deutsche einen guten Tag und meinte nach dem Rennen, von eventuell fehlender Rennhärte nicht viel gespürt zu haben: "Ehrlich gesagt, ging es ganz gut bis zur Cipressa und dann, naja, kamen sie auch von hinten und dann war es vorbei."

Gut möglich, dass Denz in den kommenden Wochen noch in der oder anderen Spitzengruppe zu sehen sein wird, denn die Formkurve zeigt offensichtlich nach oben - ein wichtiger Punkt angesichts der weiteren großen Klassiker, die nun anstehen. Nach der Classicissima wird Denz bei Gent-Wevelgem, den nächsten Monumenten Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix sowie beim Scheldepreis starten – genug Möglichkeiten also, eine weitere Fluchtaktion zu starten.

Zudem verriet Denz, dass er in diesem Jahr seine erste GrandTour fahren wird – die Vuelta steht auf seinem Programm. Genug Möglichkeiten also, mit weiteren opportunistischen Attacken auf sich aufmerksam zu machen, und vielleicht sogar einen ersten großen Sieg einzufahren.

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