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(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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28.05.2001 - Reims (dpa) - Fünf Wochen vor Beginn der Tour de France finden in Frankreich zwei Doping-Prozesse in Reims und Poitiers statt. Das ehemalige niederländische Profi-Team TVM muss sich vor dem Reimser Strafgericht verantworten, während in Poitiers zum ersten Mal eine Doping-Affäre bei den Amateuren behandelt wird.
Von TVM sind der ehemalige Sportliche Leiter Cees Priem, Masseur Jan Moors und der russische Arzt Andrej Michailow seit Montag in Reims angeklagt, gegen die Anti-Doping-Gesetze verstoßen zu haben. Die Rennfahrer dieser Mannschaft, die Ende der Saison 2000 aufgelöst worden war, wurden nicht unter Anklage gestellt. Diese Doping-Affäre war bei der Tour der France 1998 im Zuge des Skandals um den Rennstall Festina aufgedeckt worden.
Die TVM-Affäre hatte im März 1998 begonnen, als die französischen Zollbehörden in der Nähe von Reims in einem Fahrzeug des Teams 104 EPO-Dosen (Hormon Erythropoietin) beschlagnahmten. Einige Monate später waren während der Tour de France in den TVM-Lkw und in den Hotelzimmern der Sportler erneut Aufputschmittel gefunden worden. Während der Tour de France hatte das TVM-Team die Fahrt durch die Schweiz zum Rückzug genutzt und war ausgestiegen. TVM hatte sich Ende 1998 als Hauptsponsor zurückgezogen.
Beim Prozess in Poitiers, der sich zum ersten Mal mit einer großen Doping-Affäre im Bereich des Amateur-Radsports befasst, müssen sich bis Monatsende 41 Personen verantworten. Der Prozess bezieht sich auf einen aus Belgien bzw. Polen eingeführten «Aufputsch-Cocktail», der Amphetamine und verschiedene Schmerz lindernde Mittel enthält. In der polnischen «Version» sollen auch Spuren von Kokain und Heroin aufgefunden worden sein. Die Affäre wurde ebenfalls im Jahre 1998 wenige Tage vor Beginn der Tour de France aufgedeckt. Schätzungen zu Folge hat das Dealer-Netz insgesamt 1600 Fiolen für einen Gesamtwert von 244 999 Euro verkauft. Unter den Angeklagten befinden sich sechs Polen.
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