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29.05.2001 -
Hannover (dpa) - Tom Steels verdarb Erik Zabel den Traumstart in die Deutschland-Tour. Der 30-jährige Belgier feierte nach langer Krankheit zum Auftakt der einwöchigen Deutschland-Tour ein gelungenes Comeback und gewann den ersten Tagesabschnitt von Hamburg nach Hannover nach 210 km im Massensprint vor dem Weltcup-Gewinner Zabel.
Dem stürmischen Finale vor dem Rathaus von Hannover war ein Sturz etwa 200 m vor dem Ziel vorausgegangen, bei dem sich einige Fahrer verletzten. Der Zeitfahr-Vize-Weltmeister Michael Rich (Öschelbronn) war nach 100 km in einen Sturz mit 21 weiteren Fahrern verwickelt und musste das Rennen aufgeben.
«Die Deutschland-Tour soll mein Test für die Tour de France sein, und der Auftakt konnte für mich gar nicht besser laufen. Ich hoffe, meine Krankheit ist überwunden. Das war heute der erste Sieg für mich in diesem Jahr», sagte der neunfache Tour de France-Etappensieger Steels, der sich seit Jahresbeginn mit einer Viruserkrankung herumplagte. «Erst einmal ist natürlich Enttäuschung bei uns da. Aber auch mit seinem zweiten Platz hat Erik bewiesen, dass er wieder da ist», sagte Telekom-Teamchef Mario Kummer. Viel trauriger als Zabel war Lokalmatador Torsten Wilhelms (Hannover), der sich bei dem Sturz auf der Zielgeraden im Gesicht schwer verletzte und wahrscheinlich nicht wieder antreten kann.
Rund 200 m von seiner Wohnung und dem Zielstrich entfernt, stürzte der Lokalmatador schwer. Der 32-jährige Fahrer aus dem Team Nürnberger blieb mehrere Minuten benommen auf dem Asphalt liegen, erlitt nach der ersten Diagnose aber keine Brüche. Wilhelms wurde mit Gehirnerschütterung, Schürfwunden und schmerzhaften Prellungen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben des Tour-Rennarztes ist die Rundfahrt für den gebürtigen Niedersachsen beendet. Der Fahrer selbst wollte seine endgültige Entscheidung nach einer Konsultation mit seinem Teamarzt treffen.
Steels, der bei der Friedensfahrt noch ausgestiegen war, übernahm durch seinen Sieg in Hannover das Weiße Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement, das im Vorjahr David Plaza erobert hatte. Der Spanier überquerte wie der Vorjahres-Zweite Andreas Klöden (Cottbus), der Schweizer Alex Zülle vom Team Coast, Steffen Wesemann (Wolmirstedt), Udo Bölts (Heltersberg) und Alexander Winokurow (Kasachstan) die Ziellinie zeitgleich mit Zabel. Die sechs Fahrer von Festina, Coast und Telekom gelten als Favoriten auf den Gesamtsieg der Deutschland-Tour von Hamburg nach Stuttgart. Der Sieger wird am 4. Juni nach acht Etappen und 1240 km gekürt.
111 km bestimmten der in Italien im Cipollini-Team Saeco beschäftigte Jörg Ludewig (Halle/Westfalen), Ronny Scholz und Martin Müller (beide Forst) das Rennen. 37 km vor dem Ziel wurden die drei Ausreißer bei starkem Wind, der ihnen meist ins Gesicht blies, vom Feld gestellt. Im Finale versuchten vor allem die Telekom-Fahrer für ihren Top-Sprinter Zabel alle Konkurrenten in Schach zu halten. Ein Sturz nach der Hälfte der Renndistanz hatte der Weltcup-Sieger aus Unna ohne Folgen weggesteckt. Viel schlimmer hatte es Rich erwischt, der sich bei einem Massensturz von 22 Fahrern die Hand und den Mittelfinger brach.
Die Deutschland-Tour war im dritten Jahr nach ihrer Wiederbelebung in der Hamburger Mönckebergstraße gestartet worden. 142 Profis aus 18 Teams gingen an den Start. Davor gingen 1100 Jedermann- Fahrer auf die Reise, die täglich auf verkürzten Strecken ebenfalls bis zum 4. Juni bis Stuttgart durchhalten wollen. Die zweite Etappe führt von Goslar nach Erfurt über 173 km und bietet die ersten Bergprüfungen.
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