Aldag und Martinello siegen erneut in Berlin

30.01.2002  | 

Berlin (dpa) - Rolf Aldag und Silvio Martinello gehen als «Hundert-Prozent-Fahrer» in die Geschichte der Berliner Sechstagerennen ein. Der Telekom-Straßenprofi aus Ahlen und sein italienischer Partner sicherten sich bei den 91. Sixdays in der Hauptstadt erneut den Sieg.

Für Aldag ist es der zweite in Berlin bei zwei Starts, Martinello feierte gar beim vierten Auftritt im Velodrom an der Landsberger Allee Erfolg Nummer vier. Zweite wurden Scott McGrory/Matthew Gilmore (Australien/Belgien) vor Robert Bartko/Andreas Beikirch (Potsdam/Büttgen).

Vorausgegangen war eine turbulente Schlussjagd über eine Stunde, in der vor erneut 12 000 Zuschauern jeder Rundengewinn eines Sieganwärter-Teams sofort mit dem Konter der Konkurrenz beantwortet wurde. Neben den drei am Ende bestplatzierten Teams hatten auch die Schweizer Weltrekordler Bruno Risi/Kurt Betschart Siegchancen, sie hätten dafür aber eine zusätzliche Runde gebraucht. Erst ein Sturz des enorm stark fahrenden Beikirch gut 30 Runden vor dem Ende brachte dann die Vorentscheidung. «Das hat erst mal kurz für Verwirrung gesorgt, denn es ist schade, wenn eine Spitzenmannschaft in der entscheidenden Phase stürzt», kommentierte Aldag. «Ich hatte mit Martinello hier den idealen Partner, Silvio brachte alles perfekt zu Ende, was ich eingeleitet habe.»

Unter dem Jubel der Zuschauer war der 39 Jahre alte Punktefahr-Olympiasieger Martinello vor allem bei den Wertungsspurts kaum zu bezwingen. Der Italiener wurde daher auch von allen Seiten bedrängt, seine Ankündigung nicht wahr zu machen, im kommenden Jahr in Berlin seine letzte Vorstellung zu geben. «Berlin ist fantastisch mit seinem begeisterten Publikum, aber irgendwann ist Schluss», so Martinello. Er hörte dann aber doch interessiert zu, als der Veranstalter Heinz Seesing ankündigte, künftig noch mehr an Gage auszuschütten.

73 000 Besucher bescherten Berlin einen neuen Besucher-Rekord. «Damit sind wir an der Obergrenze der Kapazität angelangt.» Mit der Neuauflage des ältesten deutschen Sechstagerennens im Jahr 1997 sei auch «ein Stück Berlin gerettet» worden, meinte Seesing. Auch die im Rahmenprogramm fahrenden Steher und Sprinter boten Bestes. Vor allem der elfmalige Weltmeister Arnaud Tournant (Frankreich) war eine Neu-Entdeckung für das Publikum. Er konnte zwar Jens Fiedlers Gesamtsieg im Sprintcup nicht verhindern, doch der direkte Vergleich endete 3:3.

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