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30.05.2001 -
Erfurt (dpa) - Erik Zabel hat sich im Spurt revanchiert. 24 Stunden nach der bitteren Niederlage zum Auftakt der Deutschland-Tour in Hannover gegen den Belgier Tom Steels gewann der Weltcup-Gewinner die zweite Etappe über 173 Km von Goslar nach Erfurt.
Diesmal setzte sich Zabel, der mit vier frischen Erfolgen von der Bayern-Rundfahrt und großen Hoffnungen zur Deutschland-Tour gekommen war, im Massenspurt des Feldes durch. Der fünffache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France feierte seinen zwölften Saisonerfolg und übernahm auch das Weiße Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung von Steels. Zabel führt zehn Sekunden vor dem Niederländer Rudi Kemna, allerdings erwartet niemand, das er die Spitzenposition auch auf der kommenden Bergetappe und dem Zeitfahren verteidigen kann.
«Der Etappenverlauf war heute ideal für Erik. Erst die leichten Steigungen, über die er im Vergleich zu den anderen Sprintern am besten kommt. Dann die leicht ansteigende Zielgerade - alles perfekt», sagte Ex-Sprinter Marcel Wüst, der nach seiner Augenverletzung vor dem Karriereende steht. «Natürlich fällt mir ein Stein vom Herzen. Auf uns lastet hier schon ein enormer Erwartungsdruck vor eigenem Publikum, auch wenn es natürlich nicht die Tour de France ist», sagte Zabel, der nach seiner leichten Sturzverletzung vom Vortag am Arm bandagiert war.
Wie am 29. Mai in Hannover hatte das Telekom-Team den Spurt bis etwa einen Kilometer vor dem Zielstrich wieder vorbildlich vorbereitet - doch dann war Zabel auf sich alleine gestellt. Diesmal konnte der neunfache Tour-de-France-Etappensieger, der im März zum vierten Mal Mailand-San Remo gewonnen hatte, eindrucksvoll vollenden. «Das lief heute schon besser», freute sich der Telekom-Kapitän nach seinem ersten diesjährigen Sieg beim Heimspiel Deutschland-Tour, auf der er sich wie viele andere Profis auf die Tour de France vorbereitet, die am 7. Juli beginnt.
Roger Beuchat konnte es gar nicht abwarten. Direkt nach dem Start hatte sich der Schweizer vom kleinen Phonak-Team abgesetzt und einen Maximal-Vorsprung von elf Minuten herausgefahren. Aber er hatte nur Luft bis zum Kilometer 119. Dort wurde Beuchat vom Feld gestellt, nachdem er die beiden Bergwertungen auf dem Torfhaus und dem Kyffhäuser gewonnen hatte.
Am Start war auch Thorsten Wilhelms, der zum Auftakt auf der Zielgeraden schwer gestürzt war. Gegen den Rat des ihn im Krankenhaus behandelnden Arztes trat der Profi aus Hannover aus dem Team Nürnberger trotz zahlreicher Prellungen auch im Gesicht zur zweiten Etappe an. An beiden Armen verbunden, mit Schrammen am Körper und im Gesicht, fiel der tapfere Wilhelms im Finale aus dem Hauptfeld zurück, wurde dann von Team-Kollegen aber wieder herangeführt.
Die dritte Etappe führt am Donnerstag über 177 Km von Erfurt nach Bad Neustadt/Saale.
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