Brite schwärmt von seinen Tour-Helfern

"Task Force" Sky rettet Froome das Gelbe Trikot


Chris Froome (Sky) spricht am zweiten Ruhetag der Tour mit der Presse. | Foto: Cor Vos

17.07.2017  |  (dpa/rsn) - Das Gelbe Trikot blieb im Koffer, die Kleidung war mit Bedacht gewählt. Chris Froome stellte sich am zweiten Ruhetag der Tour de France im Team-Hotel L`Ermitage im weißen Trikot seiner Sky-Mannschaft der Weltpresse.

Mehr denn je hat er seinen noch sieben Begleitern den Spitzenplatz der Tour zu verdanken. Sie retten ihn, wenn er mit Materialschaden - wie am Sonntag - zurückfällt, sie schütteln mit einem Höllentempo die Konkurrenz ab oder halten sie in Schach. Und wenn nötig, lancieren sie ihm den Sprint - wie am Samstag in Rodez - und holen ihm das maillot jauneTrikot zurück. "Wenn Froome die Tour gewinnt, dann weiß er, wem er danken muss", sagte Iwan Spekenbrink, Chef der Konkurrenz-Formation Sunweb.

"Wir haben eine Teamstärke bewiesen, die zu unseren Gunsten ist", formulierte Christian Knees sehr zurückhaltend die eigene Dominanz. Andere sprechen vom "Sky-Imperium". Die L`Équipe nannte die sieben Froome-Helfer um Mikel Landa, Michal Kwiatkowski und Knees anerkennend "Task Force". Im Vierkampf gegen den Italiener Fabio Aru (18 Sekunden zurück), den Franzosen Romain Bardet (+0:23) und den Kolumbianer Rigoberto Uran (+0:29) kann Froome im Sekunden-Poker auf seine starke Mannschaft bauen.

"Ich bin dankbar, dass ich das Gelbe Trikot noch habe, ich hätte die Tour am Sonntag verlieren können", sagte der dreimalige Toursieger am Ruhetag. Auf dem Weg nach Le Puy-en-Velay hatte Froome die vielleicht kritischsten Minuten auf dem Weg zum vierten Sieg durchlebt. Gerade als AG2R um den drittplatzierten Bardet attackierte, wurde das Gelbe Trikot durch einen Hinterradschaden gestoppt.

"Ich war absolut am Limit", gab er danach zu. In der entscheidenden Phase ließ sich Mikel Landa, selbst Gesamtfünfter vor der Etappe, aus der Gruppe zu seinem Boss zurückfallen und schloss für Froome die letzten Meter. Dabei scheint der Spanier selber das Zeug dazu zu haben, um das Gelbe Trikot zu kämpfen,

"Wäre ich an dem vorletzten Berg nicht zurück in die Favoritengruppe gekommen, wäre das vielleicht das Ende meiner Tour-Hoffnungen gewesen", sagte Froome weiter. Es gebe "drei Rivalen, jeder ist eine Bedrohung. Aru und Bardet sind immer in der dritten Woche sehr stark. Uran ist im Zeitfahren vielleicht der größte Konkurrent", meinte der Seriensieger, der sich bestätigt sieht: "Ich habe vor der Tour gesagt, sie wird die forderndste von allen werden."

Der 36-jährige Knees, der seinen Kapitän ("Er ist sehr umgänglich und hat sich trotz seines Erfolges nicht verändert") vor allem auf flachem Terrain aus dem Wind hält, steht zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder im Tour-Kader des Super-Teams. Die mörderische Schufterei stört ihn nicht. "Ich habe nichts anderes erwartet. Deshalb bin ich hier, deshalb sind wir alle hier", sagte der lange Bonner, der zuletzt bei Bradley Wiggins Toursieg 2012 bei Sky mithalf.

"Sky ist nicht umsonst das beste Team der Welt", schwärmte der Deutsche Meister von 2010, der seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag wohl verlängern wird. "Ich weiß nicht, ob ich das schon sagen darf - aber es wird alles gut", erklärte Knees, der von den Turbulenzen um Teammanager Dave Brailsford rund um die Ermittlungen eines Parlaments-Ausschusses um rätselhafte Medikamenten-Lieferungen an Wiggins vor fünf Jahren "nur aus der britischen Presse" erfuhr.

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