Warum der Wechsel zu Katusha-Alpecin?

Brian Holm: "Kittel wollte Kleinkrieg mit Gaviria vermeiden"


Marcel Kittel ist auch für Selfies zu haben.| Foto: Cor Vos

21.08.2017  |  (dpa/rsn) – „Auf der Couch“ will sich Marcel Kittel (Quick-Step Floors) von seiner Schlappe bei den Cyclassics erholen. Der Erfurter ist wohl nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France, die er nach fünf Etappensiegen wegen einer Schulterverletzung verlassen musste, noch ein Stück von seiner Bestform entfernt.

Das Hamburger WorldTour-Rennen gewann so ausgerechnet Elia Viviani, der Kittel in der kommenden Saison im belgischen Quick-Step-Team ersetzen und mit dem 23 Jahre alten Kolumbianer Gaviria eine Doppelspitze bilden soll. "Fernando ist ein Supersprinter, ein Typ wie Ex-Weltmeister Cavendish. Er ist nur noch zu ungestüm, zu risikobereit, wodurch es immer wieder Stürze gibt", erklärt Brian Holm, der sportliche Leiter der belgischen Mannschaft.

Gaviria gilt als einer der kommenden Sprintstars, gewann er doch bei seinem Giro-Debüt im Mai vier Etappen und die Punktewertung. Deshalb ist Holm auch der Meinung, dass nicht finanzielle, sondern sportlichen Aspekte für Kittels Wechsel zu Katusha-Alpecin ausschlaggebend waren. "Ich find es sehr schade, dass Marcel geht. Aber ich verstehe ihn. Er wollte einen Kleinkrieg mit Fernando Gaviria vermeiden. Der ist jung und hatte schon in diesem Jahr Ansprüche auf einen Tourstart angemeldet", behauptete der dänische Ex-Profi.

Ob sich Kittel wirklich vor Gaviria fürchtete? Sicher hat neben dem Gehalt (man spricht von zwei Millionen Jahresgage) auch eine Rolle gespielt, dass Kittels guter Kumpel Tony Martin schon seit einem Jahr für das in der Schweiz lizenzierte Team fährt. "Ja, er hat mir erzählt, was mich erwartet", verriet Kittel in der ARD. Der Sprintstar ergänzt bei Katusha-Alpecin eine kleine "deutsche Nationalmannschaft". Neben dem Sportdirektor Torsten Schmidt empfangen ihn neben Tony Martin auch Rick Zabel und Nils Politt.

"Ich bin sehr motiviert und freue mich. Da wird es jetzt noch ein bisschen mehr deutsch. Im ersten Trainingslager im Dezember werden wir die ersten Details über Sprinterzüge etc. besprechen", sagte Kittel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Holm: "Marcel wird auch bei Katusha zurechtkommen. Da hat er auch gute Anfahrer und wird an seine Erfolge anknüpfen."

Wenn er sich "auf der Couch" erholt hat, wird sich Kittel auf noch zwei wichtige Saisontermine vorbereiten: Die Titelverteidigung als Team-Weltmeister bei den Titelkämpfen in vier Wochen in Bergen/Norwegen und den Sprinter-Gipfel Paris-Tours am 8. Oktober.

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour de Côte d'Ivoire-Tour de (2.2, CIV)
  • Giro della Toscana - Memorial (2.1, ITA)
  • Tour do Brasil-Volta (2.2, BRA)