Vuelta-Tagebuch von Nico Denz

Wo sind wir denn da gelandet?

Von Nico Denz


Nico Denz (Ag2r) führte das Feld auf der 2. Etappe der Vuelta an | Foto: Gomez sport

01.09.2017  |  (rsn) Heute (Donnerstag, d. Red) war nicht mein Tag. Bereits vor ein paar Tagen gab es Anzeichen für eine leichte Erkältung und der gestrige Tag (Mittwoch, d. Red) hat dem Ganzen nicht unbedingt geholfen. Lange Geschichte kurz: ich habe mir wohl eine leichte Bronchitis eingefangen, werde aber vorerst weiterfahren!

Dementsprechend hatte ich auch zu Beginn der Etappe zu kämpfen, als alle wie die Verrückten in die Gruppe wollten. Simon Yates hat die Angelegenheit nicht vereinfacht, da Sky ihn nicht fahren lassen wollte, er aber unbedingt meinte wegfahren zu müssen…

Immerhin war die Sonne heute (Donnerstag) wieder mit von der Partie, nachdem wir gestern (Mittwoch) für das ganze Jahr Wasser abbekommen haben. Nach 100km führte ich den nächsten Kampf gegen mich selbst. Genauer gesagt gegen meinen Magen. Ich schätze die unzähligen Mineraldrinks und Gels über die letzten 2 Wochen sind meinem Verdauungstrakt nicht gerade wohl bekommen und ich hatte einen richtig dicken Blähbauch und konnte die letzten 70km nichts mehr essen, sondern lediglich etwas Wasser zu mir nehmen.

Neben meinem Kampf gegen mich selbst, gab es heute auch einen Kampf gegen einen Kollegen von Katusha; oder vielmehr eine Attacke eines Zuschauers. Aus dem Nichts kommend und völlig unerwartet stürmte ein Zuschauer auf den besagten Kollegen (Maxim Belkov) zu und rammte ihn in voller Geschwindigkeit. Belkov fand sich dann völlig verblüfft im Graben wieder konnte die Fahrt aber unbeschadet fortsetzen. Mein Teamkollege Alexandre Geniez saß in der ersten Reihe bzw. am Hinterrad von diesem und bekam alles live aus nächster Nähe mit.

Eine weitere verstörende Meldung machte heute Morgen (Donnerstag) auf Twitter die Runde: Der Bus von Aqua Blue wurde über Nacht angezündet und brannte völlig aus. Ein Verdächtiger wurde wohl festgenommen. Aber mal ganz ehrlich: wo sind wir denn da gelandet? Brennende Teambusse und Zuschauer, die Fahrer angreifen!? Da macht man sich schon so seine Gedanken…

Aber Spanien und die Vuelta können auch anders: Auch heute waren wieder viele begeisterte Fans an der Strecke, die nicht nur Contador, sondern auch alle anderen Fahrer bis ins letzte Gruppetto noch lautstark anfeuerten.

In diesem Sinne
Hasta mañana
Euer Nico

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