Rückehr ins Profilager gescheitert

Mager fährt künftig für Team Herrmann und wird Polizist

Von Christoph Adamietz


Christian Mager (Team Hrinkow) beim Kurparkrennen in Bad Homburg | Foto: radsport-news.com

09.10.2017  |  (rsn) – Noch vor einigen Wochen hatte sich Christian Mager (Hrinkow) gegenüber radsport-news.com hoffnungsvoll geäußert, nach einem Jahr in der dritten Liga wieder zu den Profis zurückkehren zu können. Doch der ehemalige Cult- und Stölting-Profi schlägt nun doch einen anderen Weg ein.

Wie Mager gegenüber radsport-news.com erklärte, wird er künftig für das Bundesliga-Team Herrmann fahren, das sich zuvor bereits mit Christopher Hatz (Lotto-Kern Haus) und Ex-Stölting-Fahrer Arne Egner verstärkt hatte.

"Mein Management hatte mit diversen höherklassigen Teams intensiveren Kontakt, leider ist es dann wieder im Sand verlaufen“, berichtete Mager von erfolglosen Vertragsgesprächen. So entschloss sich der Südhesse dazu, Plan B in die Tat umzusetzen. Ab dem 1. März 2018 wird er eine Ausbildung bei der Polizei beginnen. "Man wird auch nicht jünger und ich denke, dass jetzt noch einmal der richtige Zeitpunkt im Leben ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen – wenn ich dies auch mit einem lachenden und weinenden Augen tue“, so der Kletterspezialist.

Somit ist die Profizeit für den stets zuverlässigen Helfer Mager vorbei. Beim Team Herrmann wird er vornehmlich nationale Rennen und die Radbundesliga bestreiten, Vorrang wird aber die Ausbildung haben. „Ich werde sehen, wie sich das mit dem Sport noch vereinbaren lässt“, erklärte er.

Der Kontakt mit dem Team Herrmann kam nach Magers Worten bereits im Juni bei der Oberösterreich-Rundfahrt zustande, damals aber nicht mit dem Hintergedanken eines Wechsels. Vor zwei Wochen wurde schließlich der Kontakt intensiviert und man einigte sich auf eine Zusammenarbeit. Mager: "Es ging alles relativ schnell und unkompliziert.“

So hätte es sich der 25-Jährige auch bei der Teamsuche im Profibereich gewünscht. Doch die gestaltete sich nach dem Aus von Stölting Ende der Saison 2016 schwierig. “Mein alter Manager hat sich einfach nicht um mich gekümmert“, so Mager. Dafür, dass auch sein neuer Manager Danilo Hondo trotz aller Bemühungen nicht erfolgreich war, hatte der Etappensieger der diesjährigen Szeklerland-Tour Verständnis. "Die Situation auf dem Markt wird einfach nicht besser“, erklärte er.

So nahm Mager die Dinge selbst in die Hand und einigte sich mit dem Team Herrmann. Dort wird es für Mager nicht unbedingt darum gehen, von Sieg zu Sieg zu eilen. "Ich will vor allem meine Erfahrung an die jungen Rennfahrer weiter geben, so wie es Linus Gerdemann und Co bei mir gemacht haben“, kündigte er an.

Auch ob die Gesamtwertung in der Rad-Bundesliga zum Thema werden könnte, ließ er offen. "Wir haben mit Chris Hatz aber einen Fahrer in unseren Reihen, der mehrfach bewiesen hat, dass er in der Bundesliga um den Sieg mitfahren kann.“ Dass Mager der Abschied von der großen Radsportbühne schwer fällt, merkt man, wenn man ihm zuhört. "Der Radsport hat mein Leben die letzten zwölf Jahre geprägt. Speziell das Jahr bei Cult, wo ich persönlich mein schönstes Radsportjahr hatte, bleibt mir in Erinnerung. So ist es schon schwer, 'Tschüss und Auf Wiedersehen“ zu sagen. Ich musste lange mit mir Kämpfen, welchen Weg ich in Zukunft gehen werde.“

Letztlich schlägt er die Polizeilaufbahn ein, ganz trennen von seiner Passion kann sich Mager aber nicht. Dies zeigt sein Engagement beim Team Herrmann. "Es macht mir einfach immer noch Spaß zu trainieren und Rennen zu fahren“, schloss er.

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