Reaktion auf Drohung von Israels Regierung

Giro d´Italia korrigiert: Jerusalem Startort, nicht West-Jerusalem

Foto zu dem Text "Giro d´Italia korrigiert: Jerusalem Startort, nicht West-Jerusalem"
Die Trophäe des Giro d´Italia. | Foto: Cor Vos

30.11.2017  |  (rsn) - RCS Sport, der Veranstalter des Giro d'Italia hat auf Forderungen der israelischen Regierung reagiert, die die Partnerschaft zum Grande Partenza der Italien-Rundfahrt 2018 aufzukündigen gedroht hat. "RCS Sport möchte klarstellen, dass der Start des Giro d'Italia 2018 in der Stadt Jerusalem sein wird", heißt es in einer Pressemitteilung der Italiener. "Während der Präsentation der Strecke von 2018 beinhaltete Info-Material den Name 'West Jerusalem', weil das Rennen faktisch gesehen in diesem Teil der Stadt stattfinden wird. Diese Betitelung, ohne jegliche politische Wertung, wurde nun aus allem Material zum Giro d'Italia entfernt."

Nach der Streckenpräsentation hatten die israelische Sportministerin Miri Regev und der Tourismus-Minister Yariv Levin in einem gemeinsamen Statement darauf hingewiesen, dass es "in Jerusalem, der Hauptstadt Israels, kein Ost oder West" gebe. "Es gibt ein vereinigtes Jerusalem", schrieben sie und drohten: "Wenn sich die Wortwahl nicht ändert, wird die israelische Regierung nicht länger Partner des Events sein."

Israel beansprucht den Osten Jerusalems seit der militarischen Besetzung 1967 für sich und bezeichnet die gesamte Stadt inzwischen als seine ungeteilte Hauptstadt, während die Palästinenser den Osten als illegal besetzt betrachten und hoffen, ihn eines Tages als Hauptstadt ihres künftigen Staates zu bezeichnen. Auch die internationale Gemeinschaft hat die Okkupation Ost-Jerusalems nie anerkannt.

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