Scharfe Kritik am Umgang mit dem Fall Froome

Martin wirft UCI “Mauschelei hinter den Kulissen“ vor

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Chris Froome (Sky) ist positiv auf Salbutamol getestet worden. | Foto: Cor Vos

14.12.2017  |  Berlin (dpa) - Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin hat den Radsportweltverband UCI für den Umgang mit dem auffälligen Dopingtest bei Tour-de-France-Sieger Chris Froome (Sky) vehement kritisiert.

"Ich bin total wütend. Im Fall Christopher Froome wird definitiv mit zweierlei Maß gemessen. Andere Sportler werden nach einer positiven Probe sofort gesperrt", schrieb Martin auf seiner Internetseite. Froome sei von der UCI stattdessen Zeit für Erklärungen gegeben worden. "Mir ist kein derartiger Fall in der jüngeren Vergangenheit bekannt. Das ist ein Skandal, zumal er nicht einmal mehr bei der WM hätte antreten dürfen."

Froome war auf der 18. Etappe der Spanien-Rundfahrt am 7. September positiv auf Salbutamol getestet worden. Die Einnahme des Asthmamittels ist bis zu einem Grenzwert von 1000 Nanogramm pro Milliliter gestattet. Der Brite, bei dem das Doppelte der erlaubten Menge festgestellt wurde, war von der UCI nicht suspendiert worden. Er muss zunächst erklären, wie der extrem hoohe Wert zustande kam. Zudem waren Froome und Team Sky bereits im September von der auffälligen Probe unterrichtet worden, erst gestern bestätigte die UCI in Folge von Recherchen der Zeitungen Le Monde und The Guardian den Befund.

Froome hatte erklärt, dass er Asthmatiker sei und seinen Inhalator benutze. Bei der Vuelta seien die Beschwerden allerdings immer schlimmer geworden. Auf Anraten des Mannschaftsarztes habe er daraufhin seine Dosierung erhöht.

"Bei mir und in der Öffentlichkeit kommt doch sofort der Eindruck auf, dass da hinter den Kulissen gemauschelt wird, Absprachen getroffen werden und nach Wegen gesucht wird, wie er doch aus diesem Fall rauskommt", schrieb Martin und fragte: "Genießen er und sein Team einen Sonderstatus?"

Dies sei ein Schlag gegen den Anti-Dopingkampf, fügte der Katusha-Alpecin-Profi an. "Unsere Glaubwürdigkeit und die unseres großartigen Sports steht auf dem Spiel. Wir brauchen ein konsequentes und transparentes Vorgehen seitens der UCI“, forderte Martin. "Das was hier läuft, ist inkonsequent, intransparent, unprofessionell und unfair."

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