Nur Froome bereitet Sorgen

Sky räumt in Portugal und Spanien (fast) alles ab

Von Eric Gutglück

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Michal Kwiatkowski (Sky) gewann zwei Etappen und die Gesamtwertung der Algarve-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

19.02.2018  |  (rsn) - Sechs Siege in fünf Tagen durch vier verschiedene Fahrer. Für das Team Sky könnte die Wochenbilanz kaum besser ausfallen. Bei der Algarve-Rundfahrt gewann der britische Rennstall beide Bergankünfte sowie die Gesamtwertung durch Michal Kwiatkowski, zudem siegte Geraint Thomas im Einzelzeitfahren und wurde Gesamtzweiter.

In Andalusien war Wout Poels am zweiten Tagder Ruta del Sol  erfolgreich und verpasste im abschließenden Zeitfahren beim Sieg seines Teamkollegen David de la Cruz den Gesamtsieg als Zweiter nur um acht Sekunden.

Sky imponierte vor allem auf der 2. Etappe der Algarve-Rundfahrt, als die Mannschaft nicht die klassische Taktik des Ausscheidungsfahrens wählte, sondern mit Vasil Kiryienka und Kenny Elissonde am Schlussanstieg in die Offensive ging, ehe Kwiatkowski den Sprint einer größeren ersten Gruppe gewann. Auf der abschließenden Königsetappe zum Alto de Malhao war der Pole als Gesamtzweiter in der 25-köpfigen Fluchtgruppe dabei, die sich nach etwa 15 Kilometern gebildet hatte und aus der der Weltmeister von 2014 schließlich zum Etappen- und Gesamtsieg fuhr. Der bis dato Gesamtführende Thomas beendete die Rundfahrt als Zweiter.

Auch bei der Ruta del Sol durch Andalusien nahm das Team Sky auf der 2. Etappe das Zepter in die Hand. Mit seinem Etappensieg am bis zu 19 Prozent steilen Alto de las Allanadas übernahm Poels das Rote Trikot des Gesamtführenden, ehe er es am vorletzten Etappentag an den späteren Gesamtsieger Tim Wellens (Lotto-Soudal) abgeben musste. Im abschließenden Einzelzeitfahren, das teils über Naturschotter-Straßen führte, feierte der Spanier de la Cruz seinen ersten Erfolg im Sky-Dress.

Doch ausgerechnet der Kapitän des Teams, Chris Froome, bereitet dem Rennstall von Dave Brailsford nicht nur sportlich Sorgen. Der Brite belegte bei der Andalusien-Rundfahrt bei der ersten Bergetappe nur den siebten Platz. Ein Defekt fünf Kilometer vor dem Ziel der zweiten Bergankunft und ein elfter Rang im abschließenden Einzelzeitfahren brachten dem 32-Jährigen am Ende der Rennwoche einen für seine Ansprüche enttäuschenden Gesamtrang zehn.

Hinzu kommen die Dopinganschuldigungen des positiven Salbutamol-Tests von Froome, der auf der 18. Etappe der Vuelta a Espana 2017 genommen wurde. Seit Bekanntwerden des Falls am 13. Dezember ist das ausbleibende Startverbot für Froome das dominierende Streitthema.

Auch in Andalusien musste Froome seine Rennteilnahme wiederholt rechtfertigen. Laut Informationen der Gazetta dello Sport soll der Fall schon in dieser Woche vor dem UCI-Tribunal verhandelt werden. Wie auch immer das Verfahren ausgehen sollte - das Team Sky hat für den Fall einer Froome-Sperre mehr als nur eine Alternative in den eigenen Reihen. Vor allem Thomas und Poels haben in der Vergangenheit ihre eigenen Grand-Tour-Ambitionen immer wieder angedeutet. Nicht nur die letzten Tage haben gezeigt, dass beide die Veranlagungen haben, als Kapitäne in eine der drei großen Landesrundfahrten zu gehen.

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