Schwerer Unfall von Kristina Vogel

Bundestrainer Uibel: “Eine Verkettung unglücklicher Umstände“

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Kristina Vogel befindet sich nach der Not-OP in stabilem Zustand. | Foto: Cor Vos

28.06.2018  |  Berlin (dpa) - Ruhe und Abschirmung - das Umfeld der schwer verletzten Kristina Vogel sorgt dafür, dass die Olympiasiegerin auf der Intensivstation des Unfall-Krankenhauses Berlin-Marzahn geschützt vor der Öffentlichkeit bleibt.

Nach dem schlimmen Trainingsunfall auf der Radrennbahn in Cottbus meldete sich erstmals ihre Teamkollegin Pauline Grabosch zu Wort. Die Magdeburgerin, die in diesem Jahr an der Seite von Vogel erstmals Weltmeisterin im Teamsprint wurde, hatte gemeinsam mit der Erfurterin auf dem 333-Meter-Oval Starts und Wechsel trainiert, als es zu dem folgenschweren Zusammenstoß mit einem Juniorenfahrer aus den Niederlanden kam.

Während Vogel mit hoher Geschwindigkeit gegen den jungen Niederländer prallte und sich schwerste Wirbelverletzungen und weitere Knochenbrüche zuzog, steuerte die 20-Jährige an dem Fahrer vorbei und blieb körperlich unversehrt. "Es gibt keine Worte, welche die jetzige Situation beschreiben könnten...“, schrieb Grabosch auf Instagram. "Du bist eine Heldin, eine Kämpferin, ein Vorbild, eine Frohnatur und noch vieles mehr! Kämpfe Kristina... Kämpfe!"

Crowd-Founding-Aktion für Verunglückte initiiert

Grabosch absolvierte bereits wieder eine Trainingseinheit. "Sie hat überraschend gut trainiert, ist aber mental natürlich am Boden", sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Die WM-Dritte im Sprint und weitere Nationalfahrer wie Maximilian Levy sollen wie geplant am Freitag und Samstag beim 28. Großen Preis von Deutschland in Cottbus um Siege und Punkte kämpfen. "Ich habe mich mit unseren Rennfahrern getroffen und Seelenmassage betrieben und darauf bestanden, dass sie an den Start gehen", sagte Michael Hübner, siebenmaliger Bahn-Weltmeister und Sportlicher Leiter in Vogels Erdgas-Team. Die Chemnitzer Mannschaft hat inzwischen unter dem Hashtag «#staystrongkristina» eine Crowd-Founding-Aktion initiiert.

Mit einem medizinischen Update ist zunächst eher nicht zu rechnen. "Es gibt nichts Neues", sagte Vogels Manager Jörg Werner. Er bestätigte, dass die Erfurterin über ihre Dienststelle bei der Bundespolizei unfallversichert sei. Nach dem Unfall wurde Vogel nach Berlin in das Krankenhaus geflogen, in dem auch Turner Ronny Ziesmer und Rennfahrer Alessandro Zanardi nach ihren schweren Sportunfällen behandelt worden waren.

Bundestrainer Uibel bezeichnete Vogels Unfall als "Verkettung unglücklicher Umstände. Dem jungen Holländer ist kein Vorwurf zu machen", sagte er. Während Vogel und Grabosch Start und Wechsel übten, wollte der Niederländer auf der Gegenseite ebenfalls einen stehenden Start versuchen. "Klar, man könnte versuchen, den Ablauf im Training mit mehr Regularien einzuschränken. Die gibt es grundsätzlich und werden bei Weltcups, EM und WM auch von Kommissären überwacht", sagte Uibel. "Das ist aber bei kleineren Veranstaltungen schwer leistbar und war bisher auch nie ein Problem."

Ein vergleichbarer Unfall ist bislang nur von Südamerika-Spielen 2014 bekannt. Nach einem Fehlstart im Teamsprint der Frauen zogen damals die Helfer die Startmaschine nicht von der Bahn, Irene Aravena prallte frontal in die Anlage. Mit einer gebrochenen Kniescheibe kam die Chilenin damals vergleichsweise glimpflich davon.

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