Serie: Die Tipps der Redaktion (1)

Das beste Team der Tour de France 2018

Foto zu dem Text "Das beste Team der Tour de France 2018"
Movistar bekam die meiste Zustimmung der Radsport-News Redaktion bei der Frage nach dem besten Team der Tour 2018 | Foto: Cor Vos

01.07.2018  |  (rsn) – Das Kribbeln ist schon da. Schließlich steht mit der 105. Tour de France das Saisonhighlight schlechthin auf dem Programm. Nur noch wenige Tage trennen die Radsportwelt vom Grand Départ in der Vendée. Drei Wochen lang berichtet radsport-news.com mit Liveticker, Ergebnisberichten, Hintergrundinformationen und einem Podcast von der Frankreich-Rundfahrt.

Als kleinen Vorgeschmack präsentieren die Mitglieder der Redaktion ihre Tipps für den Gesamtsieg, die weiteren Wertungstrikots und die Mannschaftswertung. Außerdem verraten wir auf welche Etappe wir uns besonders freuen. Mit der Frage nach dem besten Team der Tour de France beginnen wir:

MOVISTAR

Quintana, Landa, Valverde, Soler. Das beantwortet die Frage, denn wenn eine solche Qualität nicht ausreicht, dann muss schon einiges schieflaufen.
(Felix Mattis)

Das Aufgebot ist eine Wucht. Und wenn es schon nicht zum Gelben Trikot in Paris reicht, dann zumindest für den Erfolg der Teamwertung. Nairo Quintana und Alejandro Valverde werden auf dem Podium stehen und auch Marc Soler und Mikel Landa werden gut im Klassement liegen. Der Preis der besten Mannschaft ist der spanischen Equipe nicht zu nehmen.
(Daniel Brickwedde)

Sie verfügen über zwei exzellente Kapitäne, die bereits Grand Tours gewonnen haben und auch bei der Frankreich-Rundfahrt schon auf dem Podium standen. Dazu haben sie mit Mikel Landa einen weiteren Mann, dem ein ähnliches Potential nachgesagt wird. Und wenn es ganz verrückt läuft, dann gibt es noch einen Marc Soler, der das Zeug hat, eine ähnliche Karriere hinzulegen wie Miguel Indurain. Der alte Fuchs Eusebio Unzue hat ein hervorragendes Team zusammengestellt, um auf jedem Terrain die Tour beherrschen zu können.
(Guido Scholl)

SKY

Auch wenn Movistar wohl die Teamwertung gewinnen wird, ist das beste Team im Sinne der Leistung Sky. Ex-Weltmeister Michal Kwiatkowski, Jungstar Egan Bernal, Dauphiné-Sieger Geraint Thomas und der starke Niederländer Wout Poels werden wieder einen hervorragenden Zug in den Bergen bilden. Und auch im Teamzeitfahren wird Sky die Konkurrenz in Grund und Boden fahren. Die 38 Sekunden Vorsprung bei der Dauphiné waren nur ein Vorspiel. Zweifel ruft nur der Kapitän des Teams hervor. Denn Herz und Verstand sagen, dass ein vierter GrandTour Sieg in Folge gegen eine frische Konkurrenz ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte. Aber für das britische Team ist es inzwischen Normalität, die allgemeinen Weisheiten des Radsports auszuhebeln.
(Felix Schönbach)

Zwar wird Sky vermehrt auf den Gesamtsieg fahren und es nicht explizit auf die Mannschaftswertung anlegen, doch werden sie in Paris die Gelben Rückennummern tragen. Mit Froome, Thomas, Bernal und Kwiatkowski können sie auf jedem Terrain Zeit für das Team rausfahren, auch schon auf den klassikerähnlichen Etappen der ersten Tourwoche.
(Eric Gutglück)

MITCHELTON-SCOTT

Der ständige Aderlass im Team Sky wird sich bemerkbar machen und unabhängig davon, ob Chris Froome starten darf, ist ihre Prämisse sicherlich nicht die Titelverteidigung in dieser Wertung. Andere Teams sind heiß darauf, in Paris mit der Gelben Rückennummer auf die Ehrenrunde zu gehen. Die besten Karten haben sicher die Jungs von Movistar, aber vor allem die australische Equipe von Mitchelton-Scott ist zu beachten. Sie imponierten in dieser Saison durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und genau jene ist im Vordergrund dieser Wertung.
(Joachim Logisch)

BAHRAIN-MERIDA

Nicht umsonst hat Vincenzo Nibali seine Mannschaft zu "einem der besten Teams aller Zeiten“ erklärt. Bahrain-Merida hat bei der Tour 2018 eine klare Hierarchie und ist breit aufgestellt. Der Gesamtsieger von 2014 ist in der Kapitänsrolle und wird von den beiden starken Brüdern Ion und Gorka Izagirre aus dem Baskenland unterstützt. Außerdem kann er noch auf die Dienste des Giro-Fünften Domenico Pozzovivo vertrauen.
(Lukas Kruse)

Mit Ausnahme der Zeitfahretappen ist Bahrain-Merida perfekt aufgestellt. Dort droht ihnen vor allem gegen Sky und BMC ein Zeitverlust. Aber Nibali hat seine stärken am Pflaster schon 2014 bewiesen und mit Heinrich Haussler und Sonny Colbrelli gute Leute als Unterstützung. In den Bergen gibt es neben den Izagirre-Brüdern und Domenico Pozzovivo auch noch den erfahrenen Franco Pelizotti als Helfer und im Hinblick auf die vielen schweren Bergprüfungen werden die Zeitfahrmängel nur wenig ins Gewicht fallen.
(Christoph Adamietz)

LOTTONL-JUMBO

Alles redet von Sky und Movistar, dabei tritt die niederländische Mannschaft mit einem formidabel besetzten Aufgebot an. Primoz Roglic und Steven Kruijswijk sind Kandidaten auf den Gesamtsieg. Der ehemalige Skispringer aus Slowenien könnte überhaupt zum Überflieger dieser Tour werden. Er ist am Berg einer der Besten und wird seine Stärken auch im Einzel- und Teamzeitfahren ausspielen. Mit Routinier Robert Gesink haben sie einen erfahrenen Spezialisten, der immer für einen Etappensieg auf den anspruchsvolleren Abschnitten gut ist und Tour-Debütant Antwan Tolhoek kann im Kampf um das weiße Trikot eine gute Rolle spielen. Und dann gibt es noch Dylan Groenewegen, der in dieser Saison schon arrivierte Sprinter hinter sich ließ. Der 25-jährige Niederländer wird diesmal mehr als einen Etappensieg einfahren.
(Matthias Seng)

SUNWEB

Vier Etappensiege und zwei Wertungstrikots waren 2017 schon eine eindrucksvolle Bilanz. Und dann kommt noch hinzu, dass im Gegensatz zum Giro d’Italia Tom Dumoulin nicht der Gejagte, sondern der Jäger ist. Wer sich die steilen Dolomitenpässe am Hinterrad der Leichtgewichtkletterer raufquälen kann, für den sollten die Anstiege in den Alpen und Pyrenäen kein Problem sein. Mit Wilco Kelderman hat er einen perfekten Adjutanten, der auch in die Top Ten der Gesamtwertung fahren kann. Und dann gibt es noch einen Michael Matthews, der nicht nur in den Sprints, sondern auch auf den klassikerähnlichen Abschnitten um die Tagessiege mitfahren wird.
(Peter Maurer)

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