Deutsche Sprinter wollen Tour-Erfolgsserie fortsetzen

Kittel: “Gelb zum Auftakt ist drin“

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Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) hat seinen 15. Tour-Etappensieg im Visier. | Foto: Cor Vos

04.07.2018  |  Berlin (dpa) - Marcel Kittel baut keine Luftschlösser. "Die Wiederholung der Erfolge des superkrassen Jahres 2017 sind unrealistisch", sagte der 30 Jahre alte Profi der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der 105. Tour de France in Noirmoutier.

Fünf Etappen konnte der Sprinter bei der Frankreich-Rundfahrt 2017 gewinnen, ehe er nach einem Sturz auf der 17. Etappe das Rennen aufgeben musste. Insgesamt 14 Etappensiege stehen in Kittels Vita - so viele wie bei keinem anderen deutschen Radprofi. Trotz eines mageren Frühjahres mit lediglich zwei Erfolgen bei Tirreno-Adriatico will der neue Kapitän des Katusha-Alpecin-Teams auch in Frankreich wieder zuschlagen. "Mein Ziel ist wie in jedem Jahr, eine Etappe zu gewinnen", erklärte der Wahlschweizer.

Zum Tour-Auftakt über 199 Kilometer von der Atlantikinsel Noirmoutier nach Fontenay winkt dem Tagessieger das erste Gelbe Trikot der 105. Auflage. «Ich habe die letzten Kilometer abgefahren. Da ist ein bisschen Pfeffer drin, am Schluss mit vielen Richtungsänderungen und die letzten 200 bis 300 Meter ansteigend", berichtete Kittel und ergänzte: "Gelb ist drin, aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen". Gelb zum Auftakt: Das gelang ihm bereits bei der Tour 2013 und 2014.

In den vergangenen Jahren machten die beiden besten deutschen Sprinter das Sommertheater der Franzosen zur Tour d'Allemagne. Nicht weniger als 25 Etappensiege konnten Kittel (14) und André Greipel (11) seit 2011 einfahren. Der gebürtige Rostocker vom belgischen Team Lotto Soudal ging im Vorjahr erstmals seit seinem Tour-Debüt vor sieben Jahren leer aus und will sich diesmal mit weiteren Erfolgen für einen neuen Vertrag empfehlen.

Degenkolb bei der DM der beste der Tour-Starter

Bei der deutschen Meisterschaft in Einhausen am vergangenen Sonntag gingen die beiden Stars allerdings leer aus. Beim Sieg des 24-jährigen Pascal Ackermann musste sich Greipel mit Platz vier, Kittel gar mit Rang zehn begnügen. Zumindest John Degenkolb (Trek-Segafredo) konnte als einziger der Tour-Teilnehmer auf das Podium sprinten: Der Oberurseler wurde Zweiter. Erstmals seit 2012 wird man bei der Großen Schleife das Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring vergeblich suchen, denn Ackermann wurde von seiner Teamleitung nicht ins Aufgebot berufen.

Vor allem für Kittel und seine Teamkollegen Tony Martin, Nils Politt und Rick Zabel gab es nach der Generalprobe in Südhessen Redebedarf. «Im Sprint ist irgendwas schief gelaufen - Marcel war nicht an meinem Rad, und ich habe ihn nicht gesehen. Da müssen wir noch einmal drüber sprechen, was da nicht funktioniert hat», meinte der 24-jährige Zabel, der in Frankreich als letzter Anfahrer Kittel in Position bringen soll.

Seinen ersten Tour-Etappensieg hat auch Degenkolb noch nicht abgeschrieben - auch wenn der Mailand-Sanremo- und Paris-Roubaix-Sieger von 2015 seit seinem schweren Trainingsunfall 2016 weiter auf der Suche nach der Topform ist. "Nach sechs Jahren ist es natürlich mein großer Traum, endlich meine erste Tour-Etappe zu gewinnen", sagte der 29-Jährige. "Aber ich versuche relativ entspannt da ran zu gehen, wenn es nicht klappt, dann eben nicht. Ich fühle mich frisch und guter Dinge", ergänzte Degenkolb, den im Frühjahr eine Schleimbeutel-Verletzung im Knie für einige Wochen ausgebremst hatte.

Starke Konkurrenz bei der Jagd nach Sprintsiegen

Doch Kittel & Co. müssen sich auf der Jagd nach Tagessiegen auf namhafte Konkurrenz einstellen. Nach seinem letztjährigen Tour-Ausschluss brennt Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) nach weiteren Erfolgen und greift nach dem sechsten Grünen Trikot, das der Australier Michael Matthews aus dem deutschen Sunweb-Team verteidigen will.

Auch der Niederländer Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo), im Vorjahr Gewinner der prestigeträchtigen Schlussetappe in Paris, der kolumbianische Tour-Neuling Fernando Gaviria (Quick-Step Floors), der Franzose Arnaud Démare (Groupama-FDJ), Europameister Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) oder Mark Cavendish (Dimension Data), der seinen bisher 30 Tour-Etappenerfolgen weitere hinzufügen will, sind auf Sprintsiege aus.

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