Gaviria bei der Tour schärfster Konkurrent für Sagan

Der Stern am Sprinterhimmel will das Grüne Trikot

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Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) | Foto: Cor Vos

11.07.2018  |  Sarzeau (dpa) - Fernando Gaviria musste Seelentröster spielen. Beim Abendessen mit den Teamkollegen seines belgischen Quick-Step-Teams verfolgte der Kolumbianer im Golf-Hotel von Vannes gemeinsam mit der französischen FDJ-Equipe die 0:1-Niederlage Belgiens im Halbfinale der WM gegen Frankreich.

Doch die belgischen Quick-Step-Profis dürften das Aus ihres Teams mit Fassung getragen haben. Wenige Stunden zuvor hatten sie Gaviria in Sarzeau auf der 4. Etappe zu seinem zweiten Tageserfolg bei der 105. Tour de France verholfen. Gleich bei seinem Tour-Debüt hat der 23 Jahre alte Kolumbianer der Frankreich-Rundfahrt seinen Stempel aufgedrückt. "Ich bin hier, um so viele Etappen wie möglich zu gewinnen", sagte der Shootingstar, der im Vorjahr beim Giro d'Italia vier Etappen und die Punktewertung gewinnen konnte. "Er ist momentan der Stern am Sprinthimmel", adelte der Tagesdritte André Greipel (Lotto Soudal) seinen Konkurrenten.

Auf die Punktewertung hat es der endschnelle Südamerikaner, dessen letzter Anfahrer der zwölf Jahre ältere Argentinier Ariel Maximiliano Richeze ist, auch bei der Frankreich-Rundfahrt abgesehen. "Natürlich will ich das Grüne Trikot gewinnen, aber dazu muss ich an Peter Sagan vorbei", sagte Gaviria. Der dreimalige Weltmeister Peter Sagan aus dem deutschen Bora-hansgrohe-Rennstall will nach seiner Disqualifikation im Vorjahr diesmal wieder mit Grün - und damit zum sechsten Mal - auf dem Podium in Paris stehen. In der Punktewertung liegt der Slowake nach dem gestrigen Tag nur noch vier Zähler vor seinem derzeit schärfsten Konkurrenten.

Die Dominanz des jungen Gaviria müssen auch die deutschen Topsprinter Marcel Kittel und Greipel neidlos anerkennen. "Die Situation ist eindeutig, Quick-Step ist superstark", sagte Kittel, der selbst bei Quick-Step durch Gaviria ersetzt wurde. Noch im Vorjahr fuhr der 30-jährige Thüringer im Trikot der belgischen Equipe und holte 2017 allein fünf seiner insgesamt 14 Tour-Etappensiege. Mit seinem neuen Katusha-Alpecin-Team sprintete Kittel bis dato hinterher - Platz drei beim Auftakt steht als bestes Ergebnis bei dieser Tour zu Buche.

Den Kopf in den Sand steckt der Sonnyboy aus Arnstadt aber nicht: "Wenn man aufgibt an sich zu glauben, kann man gleich nach Hause fahren. Es gibt noch einige Chancen bis Paris, davon möchte ich mindestens eine nutzen". Die nächste Möglichkeit auf einen Etappensieg bietet sich Kittel wohl am Freitag, die beiden Etappen zuvor sind eher auf die Sprinter mit Bergqualitäten ausgelegt.

Dort möchte auch Greipel endlich den zwölften Tour-Etappensieg seiner Laufbahn einfahren. In Sarzeau wurde der 35 Jahre alte Lotto-Soudal-Profi erst kurz vor dem Zielstrich von Gaviria und Sagan überholt. "Ich weiß, dass die Form gut ist. Manchmal braucht man auch einfach Glück", sagte der gebürtiger Rostocker, der noch um einen Vertrag für die kommende Saison kämpft.

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