Tour: Sprintstars scheiterten am Zeitlimit

Kittels neues Ziel heißt Deutschland Tour, Cavendish denkt an 2019

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Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) musste die Tour nach der 11. Etappe verlassen. | Foto: Cor Vos

19.07.2018  |  L'Alpe d'Huez (dpa) - Das freundliche Abklatschen mit Tour-Chef Christian Prudhomme im Rennleiter-Wagen am Start in Albertville war schon der Abschiedsgruß. Vier bittere Stunden und vier brutale Alpen-Anstiege später bekam Marcel Kittel am Mittwoch bei der Tour de France die Rote Karte wegen Zeitüberschreitung. Rund 43 Minuten, nachdem Geraint Thomas vom Sky-Express als erster durchs Ziel auf der Skistation La Rosière gerauscht war, kam der Deutsche an. Jetzt soll die wieder belebte Deutschland Tour vom 23. bis 26. August Kittels neue große Herausforderung werden.

Der Thüringer und sein Sprinter-Kollege Mark Cavendish sowie Mark Renshaw und Rick Zabel mussten am Donnerstag Überstunden machen. Zuschauer und Fotografen harrten im Zielbereich aus, obwohl die Siegerehrungen längst vorbei waren. Die vier Fahrer machten es allerdings nicht sehr spannend im Kampf gegen die Uhr. Nur Zabel lag fünf Sekunden über dem Limit und die Jury drückte in seinem Fall die Augen zu, weil der Teamwagen bei einem Schaden nicht rechtzeitig helfen konnte. „Keine Gnade mit den Stars“, titelte das Tour-Hausblatt «L'Équipe».

Fünf Etappensiege 2017 hatten aus Kittel, der zum Auftakt 2013 und 2014 das Gelbe Trikot erobert hatte, in Frankreich «Le Kaiser» gemacht. Am Donnerstag mäkelte die «L'Équipe» über den smarten Deutschen: «Ein Schatten seiner selbst». Auf der ersten Alpenetappe hatte er in Le-Grand-Bornand das Aus noch verhindern können und witzelte hinterher via Twitter fast mit Stolz: «Wenn du einer der fetten Fahrer bist, und liegst noch 28 Sekunden unter dem Limit im Ziel der ersten schweren Bergetappe...» Aber das konnte ihm auf dem Weg in die Skistation La Rosière keinen Mut machen.

Ex-Weltmeister Cavendish, mit 30 Tour-Etappensiegen der erfolgreichste noch aktive der Tour-Starter, sprach schon vom Comeback: «Ich habe es versucht und bin ins Ziel gekommen. Leider war ich mit Abstand nicht schnell genug. Jetzt heißt es, das nächste Jahr stärker zurückzukommen. Ich steige nie ab.»

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