Anfeindungen gegen Team Sky bei der Tour de France

Brailsford sieht die Schuld bei den Franzosen

Foto zu dem Text "Brailsford sieht die Schuld bei den Franzosen"
Dave Brailsford zu den Anfeindungen gegen sein Team: ““Es scheintt ein Problem der Franzosen zu sein.“ | Foto: Cor Vos

23.07.2018  |  (rsn) - Das Team Sky diktiert bei der Tour de France mit Spitzenreiter Geraint Thomas und dem Gesamtzweiten Chris Froome zwar das Geschehen im Kampf um den Gesamtsieg. Doch in die Herzen der Fans am Straßenrand konnte sich der britische Rennstall auch bei der 105. Austragung der Traditionsrundfahrt nicht fahren. Buhrufe, gellende Pfeifkonzerte, teilweise auch Rempeleien und Bespuckungen mussten Froome und Co über sich ergehen lassen. Sky-Teamchef Dave Brailsford hat seine Schuldigen dafür gefunden.

"Es scheint ein Problem der Franzosen zu sein. Wir sind in Italien beim Giro gefahren, als der Salbutamol-Fall noch nicht geschlossen war und die Italiener waren fantastisch. Auch die Spanier waren fantastisch", so der Brite am zweiten Ruhetag der Tour. Bei den Franzosen sei es hingegen wohl "ein kulturelles Ding. Ich bin mir nicht sicher, ob sie es gemocht hätten, wenn ihre Fußballnationalspieler bei der WM in Russland bespuckt worden wären. Aber unsere Fahrer und Betreuer dürfen bespuckt werden", so Brailsford.

Dass sich die Situation trotz des kurz vor dem Tour-Start im Sinne Froomes abgeschlossenen Salbutamol-Falls etwas ändern wird, bezweifelt Brailsford. "Ich bin da nicht all zu optimistisch, dass es aufhören wird. Wir sehen es als eine Herausforderung und müssen sehen, wie wir damit umgehen. Aktuell versuchen wir nicht darauf einzugehen, auch wenn Spucken im Sport nichts verloren hat, auch nicht in unserem Alltag."

Eine Lösung, die Brailsford indirekt ansprach, könnte ein künftiges Fernbleiben von der Tour sein. "Wenn man die besten Teams der Welt am Start haben will, dann sollte man ihnen auch mit Respekt begegnen. Wenn man diese Teams nicht am Start haben will, dann sollte man eine Tour de France nur mit französischen Mannschaften machen", fügte der Waliser an.

Auf den Hinweis eines Journalisten, dass bei der Tour neben Sky noch 16 weitere ausländische Mannschaften am Start stünden, mit denen die Fans allerdings deutlich freundlicher umgehen würden, entgegnete Brailsford. "Aber die gewinnen nicht."

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