Rollentausch beim Buli-Rennen auf dem Nürburgring

Lotto-Kern Haus nun die Jäger, Walsleben der Gejagte

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Lotto-Kern Haus nun die Jäger, Walsleben der Gejagte"
Philipp Walsleben (P&S Team Thüringn) im Führungstrikot der Rad-Bundesliga | Foto: P&S Team Thüringen

28.07.2018  |  (rsn) – Der sechste Lauf der Rad-Bundesliga findet mit vertauschten Rollen statt. Nachdem Lotto-Kern Haus seit dem ersten Rennen in Düren das Führungstrikot verteidigten musste, ist der Koblenzer Rennstall nun in die Rolle des Jägers gedrängt worden - und zwar vom P&S Team Thüringen, dessen Kapitän Philipp Walsleben durch ein starkes Einzelzeitfahren in Einhausen an die Spitze der Einzelwertung gestürmt ist.

Beim nächsten Lauf, der am Sonntag auf der Rennstrecke des Nürburgrings ausgetragen wird, will P&S Thüringen alles daran setzen, das Trikot zu behalten. "Es ist ein schönes, aber auch ein sehr schweres Rennen. Nach der Pause ist es eine neue Standortbestimmung. Es gibt natürlich eine gute Chance, dass Philipp seine Führung sogar ausbaut, es kann aber genau so gut sein, dass sich andere Fahrer wieder näher an ihn heranschieben“; sagte Sportdirektor Lars Wackernagel zu radsport-news.com.

Bei dem 110 Kilometer langen Rennen, das über fünf Runden a 22 Kilometer führt und jeweils mit der bis zu 18 Prozent steilen Hohen Acht aufwartet, muss Walsleben vor allem Jonas Rutsch und Joshua Huppertz (beide Lotto-Kern Haus), die 19 respektive 66 Punkte Rückstand aufweisen, fürchten. "Wenn sich Jonas Rutsch am Berg genau so stark präsentiert wie in den vergangenen Rennen, dann gehe ich davon aus, dass er mit seinem Team den Spieß umdrehen will und selbst immer wieder angreifen wird, so wie Philipp es in den zurückliegenden Rennen getan hat. Aber wir versuchen dran zu bleiben“, sagte Wackernagel.

Dass Rutsch und Huppertz auch nach der kurzen Sommerpause gut drauf sind, zeigten sie am Donnerstag beim GP Pino Cerami (1.1) in Belgien, wo Rutsch bis zum Schlusskilometer in der entscheidenden Ausreißergruppe saß, aber 1000 Meter vor dem Ziel durch einen Defekt zurückgeworfen wurde. Auch Huppertz kostete ein Defekt vier Kilometer vor dem Ziel ein Spitzenresultat. "Gerade der Defekt für Jonas war natürlich ärgerlich, nachdem er mit lauter WorldTour-Fahrer für 80 Kilometer das Rennen angeführt hat. Wir schauen aber nach vorne, die Jungs haben gut trainiert und hoffen, dass wir das Trikot wieder zurückerobern können. Das ist unser Ziel", sagte Lotto-Kern Haus-Teamchef Florian Monreal zu radsport-news.com

Wie genau es die Monreal-Equipe anstellen will, Walsleben aus dem Trikot zu fahren, wollte der Teamchef nicht verraten. "Wenn wir das hier preisgeben würden, dann würden sich Walsleben und sein Sportdirektor Lars Wackernagel natürlich freuen“; so Monreal, der die Nordschleife als "sehr selektiv“ beschrieb. "Gerade die Hohe Acht ist ein Hammeranstieg“, fügte er an.

Sollte es zu einem taktisch geprägten Rennen zwischen P&S Thüringen und Lotto-Kern Haus kommen, könnten davon andere Teams davon profitieren, etwa das Team Herrmann, das mit Christopher Hatz und Christian Mager den Vierten und Fünften der Einzelwertung stellt. Beiden dürfte der anspruchsvolle Kurs liegen.

"Das Team Herrmann hat ganz klar bewiesen, dass sie unbedingt vorne dabei sein wollen und es auch können. Mit ihnen rechne ich sehr stark“, so Wackernagel, der aber auch bergstarke Fahrer am dem Zettel hat, die bisher noch nicht so viele Punkte gesammelt haben. Aufgrund der Schwere der Strecke wird es aber auf der Nordschleife sicher keinen Zufallssieger geben, zumal auch noch mit großer Hitze zu rechnen ist. "Der Beste wird gewinnen“, sagte Wackernagel voraus.

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