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20.09.2000 - Leipzig (dpa) - Nach der Bronzemedaille von Jens Fiedler im Bahnrad-Sprint herrschte bei seinem Chemnitzer XXL-Team sowie seiner Mutter Ingrid und Freundin Katharina keinerlei Enttäuschung über das verpasste dritte Olympia-Gold. «Er hat uns eine Riesenfreude bereitet. Eine Medaille hatte er uns versprochen», sagte Mutter Fiedler am Mittwoch beim «Olympic Day» des Heimatteams in Leipzig.
Jens Fiedler hätte mit seinem dritten Olympiasieg nach 1992 und 1996 in Folge etwas bislang Einmaliges im Velodrom vollbracht. Doch im Halbfinale schied er gegen seinen Finalgegner von Atlanta 1996, Martin Nothstein (USA), klar in zwei Läufen aus. Im «kleinen Finale» besiegte er dann den französischen Weltmeister Laurent Gane in zwei Läufen. «Das war für mich die größte Überraschung. Gane war für mich eigentlich stärker als Jens. Deshalb hatte ich nach dem Halbfinale nicht mehr an einen Platz auf dem Podest geglaubt», meinte Ingrid Fiedler.
Auch Freundin Katharina Löwinger hatte nicht mit Bronze gerechnet. «Umso glücklicher und sprachloser bin ich jetzt», meinte sie unter Tränen der Freude. Sie war mit Söhnchen Ramon-Noel, der am 17. Mai zur Welt kam, nach Leipzig gekommen. Um 11.10 Uhr klingelte dann das Handy ihrer künftigen Schwiegermutter: Jens Fiedler gab einen ersten Stimmungsbericht ab und war «total glücklich, dass es doch noch eine Medaille geworden ist». Auch zu Trainer Karsten Schmalfuß gab es Telefonkontakt nach Sydney.
«Der Sprint wird im Kopf entschieden. Die ersten Vier in der Welt sind im Grunde genommen gleich stark. Deshalb sehe ich seine Leistung als äußerst stark an. Bronze ist wie Gold für uns», resümierte die stolze Mutter. Weitere Fiedlersche Medaillen-Hoffnungen ruhen nun auf dem Keirin-Rennen am Donnerstag. In dieser Disziplin wurde der Sachse in den vergangenen zwei Jahren Weltmeister. «Dort hat Jens ohnehin die besseren Chancen», glaubt Peter Seifert - und der Oberbürgermeister von Chemnitz muss es ja wissen.
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