Team Telekom bestätigt Doping durch früheren Fahrer

08.02.2002  | 

Berlin/Bonn (dpa) - Vor dem Hintergrund der Doping-Ermittlungen vom vergangenen Giro d`Italia hat das Team Telekom erstmals Doping in den eigenen Reihen eingeräumt. Team-Sprecher bestätigten den Verdacht der italienischen Behörden, dass der frühere Telekom-Fahrer Alberto Elli (37) Doping-Präparate verwendet hätte.

«Team Telekom wird seinen ehemaligen Fahrer Alberto Elli im Prozess wegen Sportbetrugs in Florenz nicht unterstützen», meldete die Bonner Mannschaft auf ihrer Internetseite und zitierte Team-Sprecher Olaf Ludwig: «Wir haben unseren Anwalt Giovanni Flora gebeten, das Mandat für Elli niederzulegen.»

Die Analyse der medizinischen Produkte, die während der Giro- Razzia am 6. Juni 2001 bei Elli gefunden wurden, hätte ergeben, dass der Italiener - bei der Tour de France 2000 vier Tage im Gelben Trikot - Mittel zur Leistungsmanipulation mit sich geführt habe. Elli habe damit gegen das teaminterne Reglement zum Umgang mit medizinischen Produkten verstoßen. Dieses sehe u.a. vor, dass ein Fahrer nur solche Medikamente mit sich führen darf, die ihm von den Team-Ärzten verschrieben bzw. ausgehändigt wurden.

«Da Elli Team Telekom bereits verlassen hat, können keine weitergehenden Sanktionen gegen ihn erlassen werden», erklärte Ludwig. Der 37-Jährige, bei dem Wachstumshormone gefunden worden sein sollen, wechselte in dieser Saison in den kleinen italienischen Rennstall Alexia Alluminia.

Das Mannschafts-Reglement sieht vor, dass ein Fahrer bei Verstößen dagegen sofort gekündigt werden kann. Elli fuhr von 1999 bis zum vergangenen Jahr für Telekom. «Unser Team hat das sehr getroffen», erklärte Ludwig weiter, «vor allem deshalb, weil wir Elli in drei Jahren gemeinsamer und vertrauensvoller Arbeit als zuverlässigen und sympathischen Rennfahrer kennen gelernt haben.»

Zugleich trat der Team-Sprecher entschieden Meldungen gegenüber, wonach auch Jan Ullrich unerlaubt leistungssteigernde Substanzen mit sich geführt haben soll. «Was da alles geschrieben wurde, entbehrt jeder Grundlage», sagte Ludwig und fügte an: «Wir wissen ganz genau, welche Medikamente bei Jan gefunden wurden. Darunter sind keine Anabolika. Für die Medikamente, die bei ihm gefunden wurden, wird die Einnahme teilweise seit 1995 lückenlos belegt und ist medizinisch bedingt.»

Nach den in italienischen Zeitungen aufgetauchten Verdächtigungen, bei Ullrich seien bei der Razzia auch Anabolika gefunden worden, hatte Team-Arzt Lothar Heinrich im Vormonat erklärt: «Blanker Unsinn. Bei Jan wurden garantiert keine Anabolika gefunden.» Außer gegen die ehemaligen Telekom-Profis Elli und Roberto Sgambelluri (beide Italien) sowie Ullrich ermitteln die Behörden noch gegen zwei weitere Telekom-Angestellte, den Ullrich-Betreuer Dieter Ruthenberg (Berlin) und Heinrich (Freiburg).

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