Profi-Radsport

Armstrong: Man muss Voet vor Gericht bringen

19.06.2001 -

Rust (dpa) - Der zweifache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong fordert gerichtliche Schritte gegen Willy Voet. «Man muss diesen Mann vor Gericht bringen», sagte der Amerikaner dem Internet-Anbieter «Sport1» vor dem Start der Tour de Suisse in Rust. Der ehemalige Festina-Betreuer Voet hatte behauptet, er kenne keinen ungedopten Tour-Sieger.

«Die Medien geben ihm Glaubwürdigkeit und die Möglichkeit zu reden», beklagte sich Armstrong. «Wenn er so etwas sagt, wird sein Name immer wichtiger. Dann bezahlen sie ihn dafür, dass er ein Buch schreibt, ein Interview gibt oder im Fernsehen auftritt. Voet ist darauf aus, Geld zu machen. Und das kann man nur mit solchen Aussagen», meinte der 29-jährige Texaner.

Armstrong sieht jedoch vorerst nur geringe Chancen, gerichtlich gegen Voet vorgehen zu können. «Seine Aussage ist zu schwammig. Aber sobald er den Namen Lance Armstrong in den Mund nimmt, habe ich ihn am Wickel», begründete er. «Jan Ullrich, ich und alle anderen können Zyniker wie ihn nur schwer kontrollieren. Aber er sollte gut aufpassen», warnte Armstrong.

Heftige Kritik äußerte der vorjährige Tour-Gewinner auch in Richtung italienische Polizei, die mit ihrer Großrazzia während des Giro die Diskussion ausgelöst hat. «Sie haben Hotelzimmer durchsucht, Sachen gefunden, aber ohne zu sagen, was es tatsächlich war. Wenn Sie Vitamin C gefunden haben, haben sie gesagt, sie hätten etwas gefunden, aber sie haben nicht gesagt, was genau. Das ist nicht fair, nicht professionell, nicht demokratisch», urteilte Armstrong.

Hart ins Gericht ging er auch mit jenen Rad-Profis, die bei der Polizeiaktion tatsächlich mit Dopingmitteln erwischt wurden: «Natürlich gab es auch Fahrer, bei denen etwas gefunden wurde. Wir brauchen keine Namen zu nennen, wir kennen sie alle», sagte Armstrong. «Für diese Leute gibt es keine Entschuldigung. Das ist pure Dummheit.»

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