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26.06.2001 -
Crans Montana (dpa) - Elf Tage vor dem Beginn der 88. Tour de France machte Vorjahressieger Lance Armstrong ernst und präsentierte sich in Topform. Mit einem Sieg im 25,1 km langen Bergzeitfahren von Sion nach Crans Montana holte sich der 29-jährige Texaner das Gold-Trikot des Spitzenreiters bei der Tour de Suisse zurück.
Armstrong, der nach seinem Prolog-Sieg zwei Tage an der Spitze fuhr, gewann das schwere Zeitfahren in 47:18 Minuten vor Giro-Gewinner Gilberto Simoni (Italien/48:44) und sorgte damit für eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg.
Der Sieger der 65. Tour de Suisse und Nachfolger von Ex- Weltmeister Oscar Camenzind (Schweiz) wird am Donnerstag in Lausanne gekürt. Armstrong, von Marco Pantani des Dopings verdächtigt, führt die Gesamtwertung vor den letzten beiden Etappen nun mit 1:01 Minuten vor Simoni an. Bester deutscher Profi war am Dienstag Udo Bölts aus Heltersberg, der 50:33 Minuten brauchte, sein Telekom-Team-Kollege Alexander Winokurow (Kasachstan) fuhr 49:22 Minuten und ist damit Fünfter im Gesamtklassement. Das Double Tour de Suisse/Tour de France schaffte zuletzt vor 27 Jahren Eddy Merckx.
Bei großer Hitze gelang Armstrong damit auch die Tour-Generalprobe für das Bergzeitfahren über 32 km von Grenoble nach Chamrousse, von dem am 18. Juli eine Vorentscheidung auf den Gesamtsieger bei der Frankreich-Rundfahrt 2001 erwartet wird. Da der zweifache Toursieger in der Schweiz außer in den Zeitfahren auch auf den Berg-Passagen überzeugte, steht seine Super-Verfassung für die am 7. Juli in Dünkirchen beginnende Tour de France außer Frage.
«Meine Form im Hinblick auf die Tour de France stimmt. Aber noch viel wichtiger ist, dass ich weiß, dass mein Team topfit und motiviert ist. Ich habe zwei Jahre kein Bergzeitfahren bestritten und bin extra deshalb zur Tour de Suisse gekommen. Die Strecke nach Chamrousse ist schwieriger. Ob es hier zum Sieg reicht, kann ich nicht sagen. Es sind noch zwei Tage und es kann noch viel passieren», erklärte Armstrong.
Die ersten neun Kilometer des schwierigen Parcours waren flach. Danach hatte Armstrong den bis dahin in der Gesamtwertung führenden Wladimir Belli, am Start noch 25 Sekunden vor dem Texaner, bereits eingeholt. Danach arbeitete Armstrong, der den vor ihm gestarteten Spanier Manuel Beltran nach zehn Kilometern eingeholt hatte, seinen Vorsprung aus. Er fuhr wie immer am Berg mit einer kleineren Übersetzung als die Großzahl der Konkurrenz und nahm Belli fast zwei Minuten ab.
Armstrongs vermeintlich härtester Widersacher, der Merdinger Jan Ullrich, fuhr nach dem Giro d`Italia nur ein Rennen, das er in Saulgau - gegen vergleichsweise bescheidene Konkurrenz - gewann. Nach der Inspektion von 15 Tour-Bergen feilt der Olympiasieger, in der Schweiz nicht am Start, im Training im Schwarzwald an seiner Optimal- Form für die Tour, die er zum zweiten Mal nach 1997 gewinnen will.
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