Profi-Radsport

Armstrong gewinnt als zweiter Amerikaner Tour de Suisse

28.06.2001 -

Lausanne (dpa) - Der nicht unbedingt erwartete Gesamtsieg von Lance Armstrong bei der Tour de Suisse war nur ein Vorgeplänkel. Der 29-jährige Texaner, der den Sieg in der Schweiz mit 1:02 Minuten Vorsprung vor Giro-Gewinner Gilberto Simoni (Italien) perfekt machte, hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er für seinen dritten Sieg in Folge bei der am 7. Juli in Dünkirchen beginnenden 88. Tour de France gerüstet ist.

IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch hatte Armstrong und seine Konkurrenten auf die zehnte und letzte Etappe über 176 km rund um Lausanne geschickt, die der Schweizer Vorjahressieger Oscar Camenzind für sich entschied.

Armstrongs Gesamtsieg in der Schweiz fiel eher als Nebenprodukt seiner ernsthaften Tour-Tests bei den beiden Zeitfahren ab. Der Texaner, der als zweiter Amerikaner nach Andrew Hampstean (1986/87) die Tour-Generalprobe gewann, hatte sowohl den Prolog im badischen Rust als auch das Bergzeitfahren in Crans Montana gewonnen. Das Rote Trikot des Punktbesten sicherte sich der zweifache Etappensieger Erik Zabel (Unna), der mit Wut im Bauch fuhr, weil sein «Edelhelfer» Gian-Matteo Fagnini (Italien) nicht ins Telekom-Tour-Team berufen wurde. Er gewann mit 2:56 Minuten Rückstand den Spurt des Feldes hinter der fünfköpfigen Ausreißer-Gruppe um Camenzind.

«Ich wäre bekümmert, wenn das schon der beste Lance Armstrong wäre, den es gibt. Es gibt hier zwei gute Nachrichten: Erstens, dass ich das Trikot habe, zweitens dass ich eine topfite und hochmotivierte Mannschaft für die Tour habe», sagte Armstrong neun Tage vor dem Tour-Start und prophezeite eine weitere Formsteigerung. Er bekräftigte noch einmal, dass er Jan Ullrich (Merdingen) für seinen Hauptkonkurrenten hält. «Wir sind zwei verschiedene Wege zur Tour gegangen. Beim Prolog in Dünkirchen werden wir sehen, welcher der bessere war», erklärte der Texaner weiter.

Die letzte Etappe wurde von fünf Ausreißern bestimmt, die davon profitierten, dass Armstrongs Team zum Schluss nicht mehr ernsthaft nachsetzte. So machte das Quintett den Sieg unter sich aus. Camenzind war im Spurt von Christophe Mengin (Frankreich) nicht zu schlagen.

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