Profi-Radsport

Radprofi Bortolami droht Verfahren wegen Falschaussage

20.02.2002 - Bologna (dpa) - Radprofi Gianluca Bortolami, der in Bologna in der vierten Verhandlungs-Runde gegen den mutmaßlichen Doping-Arzt Michele Ferrari vernommen wurde, droht ein Verfahren wegen Falschaussage.

Der Italiener, im Vorjahr Gewinner der Flandern-Rundfahrt und 1994 Gewinner des Weltcups, hatte am 16. Februar 1999 im Anschluss an die Laigueglia-Rundfahrt bei einem Polizei-Verhör zugegeben, dass ihm Ferrari EPO verschrieben hätte. Ein Jahr später widerrief er diese Aussage und behauptete auch im Ferrari-Prozess in Bologna: «Ich habe nur Vitamine genommen.»

Die erste Aussage, bei der Bortolami von den Carabinieri vier Stunden festgehalten wurde, sei unter Druck zu Stande gekommen. Damals hatte der routinierte Profi erklärt, die in seinem von Ferrari ausgearbeiteten Trainingsplan mit Sternchen markierten Tage seien für EPO-Gaben vorgesehen gewesen.

Ferrari, dem inzwischen vom italienischen Radsport-Verband untersagt wurde, Fahrer zu betreuen, wird systematisches Doping von Ausdauersportlern vorgeworfen. Zu seinen «Patienten» gehörten unter anderen auch der dreifache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong (USA), der seine langjährige Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Mediziner erst bei der vergangenen Tour zugab, als Zeitungs-Recherchen ihm keine andere Wahl mehr ließen. Der Prozess gegen Ferrari wird am 19. März fortgesetzt.

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