Unterstützung für Armstrong - Lob für umstrittenen Ferrari

10.07.2001  | 

Lüttich (dpa) - Der zweimalige Tour de France-Sieger Lance Armstrong hat für seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Mediziner und Trainer Michelle Ferrari Rückendeckung erhalten. Der ehemalige Rad-Profi Tony Rominger (Schweiz), Telekom-Teamarzt Lothar Heinrich und Armstrong-Manager Bill Stapleton attestierten dem italienischen Wissenschaftler in Sachen Trainingsplanung und -Analyse hohe Fachkompetenz.

«Er war und ist der beste Trainer der Welt. Der Prozess muss zeigen, ob er etwas mit Doping zu tun hat», sagte Rominger, der zu aktiven Zeiten wie Armstrong auf die Dienste Ferraris zurückgegriffen hatte. «Ich habe Ferraris Trainingspläne gesehen - sie waren Klasse», sagte Heinrich.

Neben Rominger stellte Stapleton dem Italiener ein glänzendes Zeugnis aus. «Er ist ein brillanter Wissenschaftler und für die Vorbereitung ein wichtiger Mann in unserem Team», sagte der Manager. Nach seiner Meinung gibt es deshalb für Armstrong «keinen Grund, sich zu entschuldigen».

Das Bekanntwerden der Zusammenarbeit von Armstrong und Ferrari seit 1995 hatte zu Tour-Beginn für Schlagzeilen gesorgt. Gegen den Mediziner wird am 21. September in Bologna wegen des Verdachts des Verstoßes gegen die Doping-Gesetze verhandelt. Ferrari, der Armstrong auch bei seinem geplanten Stunden-Weltrekord im Herbst beraten soll, steht im Verdacht, zahlreichen Ausdauer-Sportlern unter anderem das als Blut-Doping-Mittel missbrauchte Hormon Erythropoietin (EPO) verabreicht zu haben.

«Ich weiß, dass Ferrari ein Ehrenmann und unschuldig ist. Aber wenn das Urteil seine Schuld ergeben sollte, werde ich meine Position überdenken», sagte Armstrong am Dienstag in der französischen Sportzeitung «L`Equipe». US-Postal-Teamchef Johan Bruyneel hält die Spekulation für eine Kampagne gegen Armstrong: «Seine Gegner bei der Tour sind die Rivalen im Rennen und die Presse, die immer nach Affären sucht. Das ist hart, aber wir sind darauf mental vorbereitet.»

Im April hatte Armstrong erklärt, dass seine im Nachhinein untersuchten, eingefrorenen Urin-Proben der Tour 2000 ohne positiven Befund gewesen seien. Im Vormonat hatte die Pariser Staatsanwaltschaft, die eine Untersuchung gegen Armstrong angestrengt hatte, bekannt gegeben: Die Testergebnisse des gesamten US Postal- Teams der Tour 2000 würden erst im August veröffentlicht.

Auch der frühere Armstrong-Teamkollege Kevin Livingston (USA), seit Saisonbeginn in Telekom-Diensten, wurde in einem Artikel der Londoner «Sunday Times» wie Armstrong indirekt mit Doping in Verbindung gebracht. Livingstons Hämatokrit-Wert hätte in den Jahren 1997/98 innerhalb von sieben Monaten einen Sprung nach oben von über acht Prozent gemacht. Das schüre den Verdacht des EPO-Gebrauchs.

«Wir haben ein einfaches Prinzip. Bevor wir einen Fahrer engagieren, macht er in der Universitätsklinik Freiburg einen umfangreichen medizinischen Check. Wenn es Zweifel an seinem Hämatokrit-Wert gibt, schließen wir ihn aus. In den letzten Tests von Kevin gab es keinerlei Anomalien», sagte Telekom-Manager Walter Godefroot.

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