Profi-Radsport

Sturzserie auf Pyrenäen-Etappe - de Groot bei Bewusstsein

21.07.2001 -

Foix (dpa) - Eine Serie von Stürzen und Unfällen hat die erste Pyrenäen-Etappe der Tour de France von Perpignan nach Ax-Les-Thermes überschattet. Am schlimmsten hatte es den 26-jährigen Profi Bram de Groot erwischt, der auf der rasenden Abfahrt vom Col de Jau gestürzt und in eine Leitplanke gerast war.

Der Niederländer wurde mit einem Helikopter ins Krankenhaus von Perpignan gebracht und soll am Samstag in seine Heimat geflogen werden. De Groot erlitt Gesichts- und Schädelverletzungen. «Er ist bei Bewusstsein, reagiert und kann Arme und Beine bewegen», teilte sein sportlicher Leiter Theo de Rooy mit. Noch am Unfallort waren lebensrettende Maßnahmen eingeleitet worden.

Kurz nach de Groot war Sergej Iwanow, Etappensieger von Aix-les- Bains, auf der selben Abfahrt gestürzt, als er auf ein abgestelltes Motorrad prallte. Der Russe erlitt einen Schlüsselbeinbruch wie der Belgier Kurt van de Wouwer, der auf der letzten steilen Abfahrt des Tages in einer Kurve weggerutscht war. Außerdem ereigneten sich am Freitag drei weitere leichte Unfälle, bei denen zwei Kinder und zwei Hostessen aus der Werbekolonne verletzt wurden.

Nach dem Tod eines zwölfjährigen Jungen im Vorjahr wurde in diesem Jahr versucht, mit strengeren Sicherheitsmaßnahmen die Gefahr auf den Straßen der Tour zu minimieren. Alle Tour-Begleiter mussten vor dem Start einen Verhaltens-Codex unterschreiben. In der Tour-Karawane, die zusammen rund 6000 Personen umfasst, sind etwa 1500 Wagen täglich unterwegs.

Am 18. Juli 1995 hatte sich eines der größten Dramen in der 98- jährigen Geschichte der Tour abgespielt. Olympiasieger Fabio Casartelli, damals Team-Kollege und Freund von Lance Armstrong (USA), war bei der Abfahrt vom Portet d`Aspet in den Pyrenäen bei einem Sturz mit dem Kopf an einen Begrenzungsstein geprallt. Der Italiener starb noch am Unfallort, an dem jetzt ein Gedenkstein daran erinnert. Die Tour passierte diese Stelle am Samstag.

Am Tag nach dieser Tragödie hatte das Fahrerfeld 1995 die sportliche Rivalität für einen Tag ruhen lassen. In Limoges kam es zu einer bewegenden Szene, als Etappensieger Armstrong bei der Zieldurchfahrt seine Arme hochreckte und symbolische Küsse in den Himmel schickte, bevor er den Sieg Casartelli widmete. «Das wird besonders hart für mich, wenn wir den Ort passieren, an dem Fabio gestorben ist», sagte Armstrong am Samstag vor dem Start der zweiten und schwierigsten Pyrenäen-Etappe in Foix.

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