Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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22.07.2001 -
Luz-Ardiden (dpa) - Lance Armstrong steht ganz dicht vor seienm dritten Tour de France-Triumph in Folge. Der 29-jährige Amerikaner verlässt die Berge im Gelben Trikot und hat auf den kommenden 1033 km bis zum Finale nur noch Routine vor sich. Der Merdinger Jan Ullrich stemmte sich am Wochenende auch in den Pyrenäen vehement gegen die Niederlage.
In der Endabrechnung in einer Woche wird dem deutschen Olympiasieger aber dennoch wie 1996, 1998 und 2000 wahrscheinlich zum vierten Mal in seiner Karriere nur wieder der zweite Tour-Rang bleiben. Vor den letzten sechs Etappen der 88. Tour de France hat Vorjahressieger Armstrong 5:05 Minuten Vorsprung vor Ullrich, der auf den zweiten Platz im Gesamtklassement mit acht Sekunden vor Andrej Kiwilew (Russland) vorrückte.
Den Tagessieg auf der 14. Etappe von Tarbes nach Luz-Ardiden sicherte sich unweit seiner Heimat der Baske Roberto Laiseka, der sich 10 km vor dem Ziel von der Ullrich/Armstrong-Spitzengruppe gelöst hatte. 1:08 Minuten hinter Laiseka hatte Armstrong dann Ullrich diskret den Vortritt auf Rang drei des Tagesklassements gelassen. Der deutsche Meister bedankte sich mit einem Händedruck. «Das Klassement ist gemacht», sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage in Luz-Ardiden. «Lance ist stark wie nie. Ich habe fünf Tage gekämpft, aber er hat keine Schwächen gezeigt. Alle freuen sich auf den Ruhetag, und ich bin froh, wenn ich gesund in Paris ankomme. Mit dem zweiten Platz bin ich auch zufrieden», sagte der große Kämpfer Ullrich nach der 14. Etappe.
Die 13. Etappe am Vortag über sechs Pyrenäen-Riesen, auf der Armstrong seinen dritten Tagessieg gefeiert und Ullrich endgültig aller Illusionen beraubt hatte, war hoch dramatisch verlaufen. Bei der Abfahrt vom Peyresourde hatte Ullrich mit Tempo 80 eine Kurve verpasst und war geradeaus die Böschung hinuntergerast. Wie durch ein Wunder war dem 27-Jährigen bei dem spektakulären Sturz nichts passiert. Ullrich konnte das Rennen sofort wieder aufnehmen, und Armstrong präsentierte sich als Musterknabe in Sachen Fair play, weil er auf der Abfahrt sein Tempo so lange verzögerte, bis sein Herausforderer wieder Anschluss gefunden hatte.
Danach ging das gnadenlose Duell der beiden weiter. Wie in den Alpen musste Ullrich allerdings die Überlegenheit des zwei Jahre älteren Texaners anerkennen und verlor wie beim Bergzeitfahren in Chamrousse in Saint-Lary-Soulan eine Minute. Durch seinen unbändigen Kampfgeist hatte Ullrich endgültig viele Skeptiker auf seine Seite gezogen. Allerdings mäkelte die Veranstalter-Zeitung «L`Equipe» an seiner Taktik und kritisierte, dass es der Telekom- Kapitän im Finale immer wieder auf den Kampf Mann gegen Mann ankommen lasse, dem er gegen Armstrong nicht gewachsen sei. Am Sonntag endete dieses Duell unentschieden.
Eine ähnliche Situation hatte sich beim Aufstieg zum Tourmalet ergeben. Die Nummer 1 und 2 des Vorjahres machten die letzten 38 km zur Chefsache. Zuletzt waren die Ullrich-Helfer Andreas Klöden (Cottbus), Kevin Livingston (USA), im Vorjahr noch in Armstrong- Diensten, und Giuseppe Guerini (Italien) zurückgefallen. Wie an den Vortagen bildete nur noch die Elite des Gesamtklassements die Spitze des Rennens. Am Schlussanstieg waren die beiden Hauptdarsteller der Tour hinter Laiseka und dem Italiener Wladimir Belli allein. Ullrich konnte sich zum ersten Mal im Ziel über einen Zentimeter-Vorsprung vor dem zweifachen Toursieger aus USA freuen.
Der Abschied aus den Bergen fiel den meisten Fahrern leicht. Der Kurs der letzten Pyrenäen-Etappe hatte es trotz kurzer Distanz mit sechs Bergwertungen noch einmal mächtig in sich. Die Schlusssteigung nach Luz-Ardiden war steiler als die nach L`Alpe d`Huez. Die letzten 35 km glichen einer riesigen Achterbahn: Vom Tourmalet (2115 m) hinunter und sofort wieder hoch nach Luz Ardiden (1715). Den zweiten Ruhetag der Tour hatten sich die Fahrer wahrlich verdient.
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