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"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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23.07.2001 -
Pau (dpa) - Lance Armstrong wehrte sich am zweiten Ruhetage der 88. Tour de France in Pau gegen Doping-Vorwürfe. Der mutmaßliche Toursieger 2001 verteidigte noch ein Mal sein Verhältnis zu dem umstrittenen italienischen Mediziner Michele Ferrari, gegen den im September in Bologna ein Doping-Verfahren geführt werden wird.
«Lasst das Urteil entscheiden. Ich glaube, Ferrari ist unschuldig und ein Ehrenmann. Ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln und werde auch weiter mit ihm zusammenarbeiten», sagte Armstrong mit sanfter Stimme vor mehr als hundert Journalisten und 15 Kamera-Teams.
Ferrari wird mit EPO-Doping in Verbindung gebracht. Von ihm stammt aus dem Jahr 1994 der legendäre EPO-Vergleich mit Orangensaft, der in zu hoher Dosierung «auch gefährlich» sei. Armstrongs Zusammenarbeit mit dem Trainings-Analytiker und Mediziner aus Ferrara seit 1995 war erst vor der diesjährigen Tour durch einen Artikel der Londoner «Sunday Times» bekannt geworden. Mit Ferraris Hilfe will sich Armstrong auf den Stunden-Weltrekord vorbereiten. Bei der laufenden Tour, die der 29 Jahre alte und vom Krebs geheilte Texaner mit derzeit 5:05 Minuten vor Jan Ullrich (Merdingen) anführt, habe er mit dem Italiener keinen Kontakt gehabt.
Armstrong betonte erneut, dass die im Nachhinein untersuchten Blut- und Urin-Proben des gesamten US Postal-Teams der Tour 2000 ohne Befund gewesen seien. «Die Richterin hat gesagt, die Proben sind clean», so Armstrong. Er räumte allerdings ein, dass die Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft gegen ihn und das Team noch nicht abgeschlossen seien. Der zweifache Toursieger glaubt, dass ihn das Doping-Thema bis «zu meinem Karriere-Ende» verfolgen werde. «Doping- Vorwürfe sind wie das Wetter. Bei Sonne cremst du dich ein, bei Regen schützt du dich mit einem Regenmantel. Ich kann das Wetter nicht ändern», meinte Armstrong, der davon ausgeht, dass «wir eine saubere Tour haben».
Der Texaner gab zu, nachts in der Vorbereitung in einem Höhenzelt zu schlafen, das mit Sauerstoffarmut Verhältnisse in großer Höhe simuliere. Diese Methode ist legal und wird von vielen Radprofis praktiziert. Der Rabobank-Fahrer Grischa Niermann (Hannover) geht in der Vorbereitung auf große Rennen ebenfalls auf diese Weise vor, die die Produktion roter Blutkörperchen anregen soll. Von Ullrich ist nicht bekannt, dass er derartige Hilfen beansprucht.
Im Gegensatz zum Thema Doping beschäftigte sich der Träger des Gelben Trikots in seiner 70-minütigen Pressekonferenz nur kurz mit seinem Herausforderer Ullrich. «Ich mag Jan sehr. Er ist der einzige, der mir Angst macht. Wenn er einen guten Tag hat, kann er mich schlagen, unsere Rivalität ist nicht von Hass geprägt», meinte Armstrong, der einen möglicherweise auf der Königsetappe nach L`Alpe d`Huez entstandenen Eindruck der Arroganz zurechtrücken wollte: «Mein langes Umdrehen auf dem Weg nach L`Alpe d`Huez, als ich attackierte, war kein arrogantes Ding. Ich wollte die Gegner und deren Gesichter abchecken. Als ich das abends im Fernsehen sah, habe ich verstanden, warum die Leute mich danach fragten.»
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