Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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24.07.2001 -
Lavaur (dpa) - Rik Verbrugghe feierte den Tagessieg auf der 15. und mit 232,5 km längsten Etappe der 88. Tour de France von Pau nach Lavaur. Der Belgier hatte sich 27 km vor dem Ziel von einer ursprünglich 25-köpfigen Spitzengruppe abgesetzt und gewann den Spurt vor dem Italiener Marco Pinotti, sechs Sekunden vor den übrigen Verfolgern aus der Ausreißergruppe.
Das Hauptfeld mit Jan Ullrich (Merdingen), Lance Armstrong (USA) und Erik Zabel (Unna) hatte 15:07 Minuten Rückstand. Der 27 Jahre alt gewordene Verbrugghe gilt als die belgische Entdeckung des Jahres, gewann den Fleche Wallonne, den Prolog des Giro d`Italia und fuhr anschließend sechs Tage im Rosa Trikot.
Der Träger des Gelben Trikots, Lance Armstrong, und der zweitplatzierte Ullrich, der zum zweiten Mal zur Doping-Kontrolle ausgelost wurde, haben längst Frieden geschlossen. Der Abstand der beiden zueinander - 5:05 Minuten zu Gunsten des zweifachen Toursiegers aus Texas - veränderte sich nicht. Das 61 km lange Einzelzeitfahren von Montlucon nach Saint-Amand-Montrond, das Ullrich unbedingt gewinnen will, könnte noch ein Mal geringe Zeit-Verschiebungen der beiden Tour-Giganten zueinander bringen.
Ehrengast im Ziel war die französische Sport- und Gesundheits-Ministerin Marie-George Buffet, die vor drei Jahren mit ihrer Polizei-Aktion den größten Doping-Skandal der Tour- Geschichte aufgedeckt hatte. Wie Erik Zabel prophezeit hatte, war die längste Tour-Etappe wie zugeschnitten für Ausreißer. Nach 66 km hatte sich eine 25-köpfige Spitzengruppe gebildet, in der auch die beiden Deutschen Jens Heppner (Gera/im Ziel 21.) vom Team Telekom und der Ansbacher Jörg Jaksche (15.) von Once fuhren. Die großen Fahrer im Feld konnten einen relativ ruhigen Tag verleben, weil keiner der «Flüchtlinge» im Gesamtklassement ihre Positionen gefährden konnte. Gefahr, wie in Pontarlier plötzlich über 35 Minuten zu verlieren, bestand kaum.
«Ich hatte mir heute vorgenommen, die Etappe zu gewinnen. Leider hat es nicht geklappt», sagte Jaksche einen Tag nach seinem 25. Geburtstag. «Die Gruppe war zu groß und es wurden unterwegs ständig zu viel Attacken gefahren, als dass für mich heute mehr drin gewesen wäre», erklärte Heppner. Die Stunde für den zweifachen Etappensieger Zabel, in der Punktwertung um das Grüne Trikot weiter 13 Zähler hinter dem Australier Stuart O`Grady, soll erst in den letzten Tour- Tagen schlagen. «Es war heute schön warm - fast wie in Australien», war O`Grady mit dem Tag zufrieden, obwohl er wie Zabel keine Punkte sammeln konnte.
Die 16. und zweitlängste Etappe führt von Castelsarrasin in Südfrankreich nach Sarran. Auf 227,5 km sind im letzten Viertel der Strecke noch ein Mal zwei Berge der dritten und vierten Kategorie zu bewältigen. Die Tour macht in Sarran zu Ehren von Staatspräsident Jacques Chirac Station. Ein Museum dort trägt seinen Namen und ist mit Präsenten bestückt, die der Präsident auf Staatsreisen erhielt.
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