Profi-Radsport

Kortison-Nachweis bei acht Fahrern

25.07.2001 -

Sarran (dpa) - Bei Doping-Kontrollen auf den ersten beiden Pyrenäen-Etappen ist acht von 16 getesteten Fahrern der Gebrauch des verbotenen Hormons Kortison nachgewiesen worden. Allerdings lagen wie bei Jan Ullrich während des Giro d`Italia ärztliche Atteste für den lokalen Kortison-Einsatz vor.

Wie im Fall Ullrich, der im Frühjahr an allergischem Asthma leidet und dagegen Kortekoide inhaliert, liegt deshalb kein Verstoß gegen die Doping-Bestimmungen vor. Laut «Le Monde» soll es sich um Fahrer «meist ausländischer Mannschaften» gehandelt haben. Die französische Gesundheits- und Sport-Ministerin Marie-George Buffet, tags zuvor bei der Tour zu Gast, forderte die Installation eines «unabhängigen, obersten Ärzte-Gremiums», das über den möglichen Einsatz von Medikamenten entscheiden könnte, die auf der Doping-Liste stehen. Bisher ist in diesem Fall der Internationale Radsport-Verband UCI zuständig. Die Ministerin stand 1998 hinter der Polizei-Aktion bei der Tour, die etwas Licht in das Dunkel der Doping-Praxis gebracht und vielen Fahrern und Betreuern Strafen und Sperren eingebracht hatte.

Die wenig transparenten Regeln in den Doping-Bestimmungen wurden dem Amerikaner Jonathan Vaughters aus der Jens Voigt-Mannschaft Credit Agricole zum Verhängnis. Ein Wespenstich hatte sein rechtes Auge vollständig geschlossen. Eine intramuskuläre Kortison-Spritze hätte geholfen. Aber die ist verboten. Deshalb musste Vaughters das Rennen aufgeben, nachdem er zehn Kilometer versuchte hatte, quasi einäugig zu fahren. Die letzte Pyrenäen-Etappe nach Luz- Ardiden hatte der 28-Jährige auf dem 80. Rang des Gesamtklassements mit 2:00:40 Stunden Rückstand auf Lance Armstrong beendet.

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