Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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25.07.2001 - Lavaur (dpa) - «Die Leute riskieren ihr Leben für einen Schlüssel-Anhänger oder ein Spielzeug-Auto», sagt die 21-jährige Audrey, die in der Werbe-Karawane der Tour de France Geschenke verteilt. Zwischen Pau und Lavaur hat sie den Schaulustigen am Straßenrand Kaffee-Proben zugeworfen. «Manche Eltern schubsen sogar ihre Kinder auf die Straße, um ein Geschenk zu ergattern». Audrey findet das «schockierend».
Auf der 3454 Kilometer langen Strecke verteilen die Mitfahrer der 200 Fahrzeuge der Werbe-Karawane etwa elf Millionen Geschenke. «Jedes davon ist etwa 1,50 Francs (45 Pfennig) wert», sagt Karawanen-Chef Jean-Pierre Lachaud. Enorm beliebt sind die giftgrünen Wink-Hände aus Pappe, die allerdings auch massenhaft ausgeteilt werden. Mini-Satelliten von Astra, rot-weiß karierte Stoff-Mützen einer Wurst-Firma und Camembert-Ecken fliegen nicht so häufig in hohem Bogen in die Menge.
Antoine hat sich mit seinen zwei Söhnen kurz vor der Ortseinfahrt des Etappenziels Lavaur aufgestellt. «Nach dem Michelin-Wagen kommt der Camembert», sagt er seinem Sohn. Antoine kennt die genaue Reihenfolge der Geschenk-Fahrzeuge, weil er der Tour seit drei Tagen hinterher fährt. Antoine ist ein leidenschaftlicher Sammler. Sein Lieblingsstück ist der gelbe Rucksack der Sponsor-Bank Credit Lyonnais. Darin hütet er seine übrigen Geschenke wie einen Schatz. «Ich habe einfach alles, T-Shirts, Mützen, Luftballons und Spielzeugautos. Zuhause kommen sie in eine Vitrine.»
«Die Karawane soll ein Fest sein, sie soll mit Musik und Animation gute Laune verbreiten», sagt Lachaud. Das macht sie allerdings noch lange nicht zu einem gemütlichen Karnevalsumzug, der pausenlos Kamellen in die Menge wirft. Die Werbe-Wagen mit ihren Aufbauten - Michelin-Reifen, Festina-Uhren oder Mineralwasser-Flaschen - fahren manchmal in sehr flottem Tempo durch enge Dorfstraßen, denn ihr Zeitplan ist gnadenlos. Das oberste Gebot lautet: freie Fahrt für die Rennfahrer, die etwa eine Stunde später die Strecke passieren.
Da bleibt keine Minute dem Zufall überlassen. Lachaud hält in seinem Leitfahrzeug mit Funkgerät und Bordcomputer die Autokolonne wie ein Dirigent im Griff. Über ein Begleit-Flugzeug mit einem Satelliten-Ortungssystem (GPS) weiß er jederzeit, wie es 20 Kilometer hinter ihm am Schluss der Karawane aussieht. Er mahnt zur Eile, wenn hinten getrödelt wird, er bremst das Tempo, wenn vorne ein Verkehrsstau droht, und er warnt vor scharfen Kurven.
Lachauds schlimmster Albtraum wurde in der letzten Woche vor Colmar Wirklichkeit, als ein Streik von 20 städtischen Beamten den Zug unrettbar ins Stocken brachte. «Wir mussten 80 Kilometer einspurig neben den Fahrern rollen und konnten kein einziges Geschenk austeilen.»
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