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26.07.2001 -
Brive-La-Gaillarde (dpa) - Jan Ullrich hat bei der 88. Tour de France noch zwei wichtige Termine: Das Finale auf den Pariser Champs Elysees und das Zeitfahren über 61 km von Montlucon nach Saint-Amand-Montrond. «Jan will gewinnen», sagte Teamchef Rudy Pevenage - und verrät damit kein Geheimnis.
Aber vor ihm steht wieder Lance Armstrong, dessen Sympathie-Bekundungen für den Toursieger von 1997 nicht so weit gehen, dass der Texaner einen Gang zurückstecken wird. Ullrich hofft insgeheim vielleicht darauf, dass dem mutmaßlich dreifachen Toursieger zwei Tage vor dem Finale der letzte Biss fehlen könnte. Denn der Deutsche kennt das: Das letzte Zeitfahren vor den Toren von Paris hatte der haushohe Favorit Ullrich vor vier Jahren auch an Abraham Olano (Spanien) verloren. Der Merdinger war beseelt vom ersten Toursieg eines deutschen Radprofis und fuhr nicht mehr mit letzten Einsatz. Aber Armstrong, bisher schon dreifacher Etappensieger bei der Tour`2001, ist aus anderem Holz.
Bjarne Riis, Ullrichs Lehrmeister in den Jahren 1996 bis 1998, empfiehlt seinem früheren Team-Kollegen eine radikale Umkehr, wenn er Armstrong in den Griff bekommen will. «Seine Teamchefs und ich können ihm viel raten. Er ist 27 und muss selber wissen, was er will. Er muss sich ändern», sagte Riis in Anspielung auf die oft nicht hundertprozentige Vorbereitung des deutschen Meisters in Winter und Frühjahr.
Teamchef Pevenage, der Ullrich so gut kennt wie kaum ein anderer, weiß, dass es in erster Linie um die Einstellung geht: «Armstrong ist von der Tour wie besessen und lebt zwölf Monate im Jahr dafür. Wie kann ich Jan klar machen, mehr als fünf Monate nur an die Arbeit und nicht an das Leben zu denken?» Riis rät auch zu einer technischen Umstellung, obwohl der Däne dabei nicht die Nachahmung der höheren Trittfrequenz Armstrongs mit leichteren Gängen meint: «Jan hat ein großes Manko: Er verträgt keine Rhythmus-Wechsel am Berg. Das muss er versuchen, zu ändern.»
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