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27.07.2001 -
Montlucon (dpa) - Er steht im Schatten der deutschen Tour- Prominenz Jan Ullrich, Erik Zabel und Jens Voigt. Aber Sven Teutenberg aus dem Neandertal bei Düsseldorf lässt sich nicht einschüchtern.
«Ich habe am Samstag und Sonntag noch Chancen auf einen Etappensieg», sagte der 28-jährige Tour-Debütant vom französischen Festina-Team, das sich eventuell im nächsten Jahr zurückziehen will. «Ich bin gut über die Berge gekommen, war zwei Mal Sechster in Verdun und Pontarlier und bin jetzt auf dem Weg nach Paris: Mit meiner ersten Tour bin ich zufrieden», zog Teutenberg zwei Tage vor dem Triumphzug auf die Champs Elysees Bilanz.
Teutenberg hofft an den letzten beiden Tagen nach dem Zeitfahren auf die Position des lachenden Dritten: «Zabel und O`Grady werden im Kampf um das Grüne Trikot in erster Linie nur auf sich achten. Mit Svorada und Nazon habe ich Möglichkeiten, auf dem Profil der 19. und 20. Etappe ganz vorne mit dabei zu sein», erklärte der bullige Sprinter, der bisher bei der Tour de France nur einen schweren Durchhänger hatte, als er sich am zweiten Ruhetag nach den Pyrenäen eine fiebrige Erkältung zugezogen hatte: «Aber jetzt ist es schon besser.»
Überhaupt haben ihn die Begleiterscheinungen der Tour fast mehr gestresst, als das anstrengende Tagesprogramm auf dem Rad: «Das ganze Drumherum, der Trubel, die Zeit raubenden Wege vom und zum Hotel - das alles hat ganz schön geschlaucht», meinte der Spross einer radsportverrückten Familie. Die Passion teilt er mit der erfolgreichen Schwester Ina-Yoko («der Name ist ein bisschen verrückt, unser Vater fuhr zur See») und seinem Bruder Lars. Tipps zum «Überleben» im Tour-Dschungel hat er sich auch von Marcel Wüst geholt, der immer noch sein Team-Kollege ist, obwohl der Kölner wegen seiner Augenverletzung als Profi nie mehr in den Sattel steigen wird.
«Für das Fernsehen ist Marcel viele Strecken vorher abgefahren, so dass er mir Hinweise geben konnte», erzählte Teutenberg, der nach Frankreich Rundfahrt-Erfahrung mitbrachte (drei Mal Vuelta) und in der ersten Tour-Woche den Sprung in die Ausreißer-Gruppe geschafft hatte, die in Pontarlier 35:54 Minuten Vorsprung auf die Favoriten herausfuhr. Daran knabberten einige Top-Fahrer noch beim abschließenden Zeitfahren. Teutenberg hat sich im Gesamtklassement längst am hinteren Ende orientiert. Aber immerhin lag er vor dem Zeitfahren von Montlucon auf Rang 80 (2:02:23 Stunden hinter Lance Armstrong) noch deutlich vor Zabel. Auf den beiden letzten Etappen wäre eine solche Position allerdings viel wichtiger.
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